Kuhardt
Gehwege nach Glasfasereinbau Stolperfallen
Seit mehreren Wochen sind Arbeitstrupps im Auftrag der Deutschen Glasfaser in Kuhardt unterwegs und verlegen Glasfaserleitungen. Angefangen hat alles mit dem Bau der Verteilerstation. Die kam an den Ortsrand – wie es die Gemeinde wollte. Das Unternehmen hätte die Verteilstation „lieber mehr in der Ortsmitte gewollt, weil von dort die Leitungen abgehen, es für sie besser gewesen wäre, aber man hat sich geeinigt, konnte miteinander Reden“, sagt Ortsbürgermeister Christian Schwab (CDU). Das miteinander reden und Probleme zufriedenstellend lösen sei jedoch schwierig. Ein Grund für Schwab sind zu viele Ansprechpartner. Und manche, wie eine Mitarbeiterin die in München sitze, meldete sich weder per Telefon noch per Mail auf Anfragen zurück.
Rakete wird kaum genutzt
Aus dem Grund waren auch bei der Sitzung des Ortsgemeinderates drei Vertreter des Unternehmens geladen, die in der Region und im Ort tätig sind. „Jeden Tag stehen bei mir drei bis fünf Leute vor der Tür, die mit der Deutschen Glasfaser Probleme haben“, sagt der Ortsbürgermeister. Unter anderem gehe es um nicht zufriedenstellend ausgeführte Bauarbeiten – was auch ein Kommunikationsproblem sei – oder um Vertragsänderungen. Bei der Infoveranstaltung sei gesagt worden, dass die Leitungen mit einer Rakete verlegt werden, Straßen und Gehwege nicht geöffnet werden müssen. Das sieht Schwab zufolge jedoch anders aus. Der Projektleiter vor Ort sagte dem Rat daraufhin, dass bei der Infoveranstaltung im Konjunktiv gesagt wurde, dass es sein könnte, dass die Arbeiten mit einer Rakete erfolgen werden. Doch gehe das beispielsweise nicht da, wo sehr nahe Erdgasleitungen verliefen. Schwab ärgert sich: Es wird nicht „mit offenen Karten gespielt“. Warum sagt man nicht von Beginn an „deutlich, dass die Gehwege und Straßen geöffnet werden müssen“?
Ärgerlich sei auch, wenn Bürgersteige geöffnet werden, aber die Platten danach uneben verlegt werden, einen Zentimeter oder mehr höher sind als die des restlichen, alten Gehweges. Direkt gegenüber der Katholischen Kirche sind solche Stellen zu sehen. Die Platten sind locker und stehen hoch. Für ältere Kuhardter eine Stolperfalle. Dass die alten Platten oftmals kaputt sind und es gut ist, dass die Dienstleister neue Platten verlegten, darüber freut sich Schwab natürlich. Aber nichts zu sagen und die Anwohner glauben zu lassen, dass die Arbeiten beendet sind und es danach so aussieht, „das geht nicht“. Dass die Firma auch gut arbeiten kann, sieht man an anderer Stelle im Dorf nahe der Verteilstation. Schwab zeigt auf Wege und Straßen mit Pflastersteinen, bei denen man nicht sieht, dass sie geöffnet worden sind. Problematisch sei auch, dass die Arbeiter kaum ein Wort Deutsch sprechen könnten. Anwohner werden mit ihren Anliegen nicht verstanden. Der zuständige Bauleiter kümmere sich um vieles, doch überall könne auch er nicht sein.
Baubüro oft nicht besetzt
Auf dem Herzen liegt Christian Schwab auch das Thema Rollenverständnis: Ja, als Ortsbürgermeister habe er sich und viele Ratsmitglieder dafür eingesetzt, dass der Ort mit Glasfaser ausgebaut wird, die Infrastruktur zukunftsfähig ist. Und als Privatperson sowie Unternehmer sei er auch Kunde. Aber er sei halt nicht der Ansprechpartner des Unternehmens, wenn deren Baubüro nicht besetzt ist. Und dass es an der Stelle ein Mangel gegeben hat und gibt, bestätigte der Vertreter der Deutschen Glasfaser im Gemeinderat. Er entschuldigt sich dafür: „Das tut mir leid.“
Geöffnet haben sollte das Büro in der ehemaligen Sparkasse dienstags von 14 bis 17 Uhr noch bis 7. Dezember und dann ab 11. Januar an anderer Stelle in Bellheim, Hauptstraße 139. Dort lauten die Öffnungszeiten 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr. So steht es auf den Aushängen an der verschlossenen Tür des Büros. Wichtig ist Schwab zufolge, dass Menschen dort sitzen, die sich in Bauangelegenheiten auskennen und auch in Vertragsangelegenheiten der Kunden. Nur dann sei so ein Büro sinnvoll.
Winterpause der Baufirma
Die bauausführende Firma Zener ist nach Angaben der Verbandsgemeindeverwaltung von 17. Dezember bis 16. Januar 22 im Winterurlaub. In dieser Zeit finden keine Bauarbeiten statt, es gibt keine Ansprechpartner. Anliegen oder Beschwerden können in dieser Zeit an die Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung unter bauabteilung@ruelzheim.de oder telefonisch an 07272 7002-1088 gerichtet werden.