Kreis Germersheim Geflügelzüchter dürfen hoffen

Das Wassergeflügel des Wörther Zuchtvereins hat es geschafft.
Das Wassergeflügel des Wörther Zuchtvereins hat es geschafft.

Der Rassegeflügelzuchtverein (RGZV) Wörth präsentierte bei seiner Geflügelausstellung am Wochenende nicht nur rund 80 Tiere, deren Keulung im Januar auf den letzten Drücker gerade noch verhindert werden konnte, sondern auch über 200 gefiederte Jungtiere aus der gelungenen Nachzucht, die ohne den fast ein halbes Jahr dauernden Einsatz und den Kampf gegen stur nach Recht und Gesetz handelnde Landesbehörden gar nicht das Licht der Welt erblickt hätten.

Nach dem Buchstaben des Gesetzes dürften sie nicht mehr gackern und schnattern, die Hühner, Gänse und Enten in der Zuchtanlage des Rassegeflügelzuchtvereins (RGZV) Wörth. Doch die Züchter um ihren Vorsitzenden Joachim Gottschang haben das schier Unmögliche geschafft und nach Auftreten der Vogelgrippe ihre Tiere und den Verein vor dem fast sicheren Tod bewahrt (wir berichteten). Mehrere Tage lang hatten die Züchter ihre Anlage im Klammengrund mit viel Aufwand hergerichtet. Leider nicht mitgespielt hat das Wetter, dem jedoch viele Wörther trotzten. Wohl auch, um dem RGZV ob der geleisteten Arbeit Respekt zu zollen. Zu bestaunen waren Hühner, Zwerghühner, Enten, Gänse, Puten, Tauben und Ziergeflügel, darunter Rassen, die auf der Roten Liste stehen und vom Aussterben bedroht sind. „Für den Erhalt solcher Rassen fühlen wir uns verantwortlich“, erklärte Gottschang das Vereinsziel. Mit dieser erfolgreichen Schau zum Ende des Jubiläumsjahres – der Verein besteht seit 1957 – sei aus Schock und Angst zu Jahresbeginn Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft geworden. Der RGZV habe nun belegt, dass in seiner Zuchtanlage „gesunde und keine verseuchten Tiere leben“, sagte Gottschang. Für nächstes Jahr plane sein Verein wieder eine große Schau mit wesentlich mehr Tieren in der Bienwaldhalle. Große Freude war im September aufgekommen, als dem Antrag entsprochen wurde, die Zuchtanlage als Zoo zu deklarieren. Dadurch wird bei erneutem Auftreten von niedrig-pathalogenen Grippeviren eine Massenkeulung ausgeschlossen. Gottschang atmet auf: „Eine zweite solche Aktion würden unsere Mitglieder nicht verkraften.“ Durch die mit der Anerkennung als Zoo verbundenen Auflagen werde sich in der Zuchtanlage in naher Zukunft einiges ändern, damit die Tiere artgerecht untergebracht werden können. So müsse das Gelände mit Kosten von 23000 Euro komplett überdacht werden. Für den gesamten Umbau muss der RGZV 45.000 bis 50.000 Euro investieren. „Da sind wir im nächsten Jahr nochmals auf Hilfe und Spenden angewiesen“, so der Vorsitzende sorgenvoll. Am Samstag konnte Gottschang zwischen den stimmungsvollen Schlagern und Countrys der „Feuersteins“ das Ergebnis der Vereinsmeisterschaft verkünden: Es siegten Tommy Haufe in der Sparte Große Wassergeflügel, Albrecht Manier (Große Hühner) und Peter Kleiber (Zwerghühner); gleich zweifach Vereinsmeister wurde Tommys Vater Thomas Haufe mit seinen Tauben und in der Sparte Ziergeflügel. Den Titel des Champions verlieh die Jury Matthias Dezenter für das beste Tier der Gesamtschau.

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