Kreis Germersheim „Gebäude in Turmstraße leidet“

Die Kostenberechnung für Sanierung oder Neubau des Gemeindezentrums am Marktplatz (Die RHEINPFALZ berichtete am 6. Oktober) dürfe sich nicht auf eine reine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung beschränken, schreibt der Vorsitzende der Kandeler Volkshochschule, Werner Esser, in einer Stellungnahme. Er fordert: „Auch die finanziellen und wirtschaftlichen Folgen der davon abhängigen Maßnahmen müssen einbezogen werden!“
Wie in der Stadtratssitzung erläutert wurde, hängt die Sanierung des Fachwerkhauses am Plätzel 4 , in dem früher der evangelische Kindergarten untergebracht war, davon ab, dass die evangelische Kirchengemeinde das Gemeindezentrum verkaufen kann. Sonst fehlen die finanziellen Mittel zur Sanierung des denkmalgeschützten Fachwerkhaus am Plätzel. „Der derzeitige Leerstand dieses Gebäudes ist für das Plätzel im Herzen Kandels nicht nur optisch schwer erträglich“, schreibt Esser. Auch die seit Jahren aufgeschobene, aber dringend notwendige Sanierung des Gebäudes Turmstaße 7 (ehemalige Lehrerwohnung Kehrt`sche Haus) könne erst vorgenommen werden, wenn Ausweichquartiere für die dort stattfindenden VHS-Kurse vorhanden sind. Platz dafür wäre im Gemeindezentrum, schreibt Esser. Dies ist in den Nutzungsplanungen von Stadtbürgermeister Günther Tielebörger auch so vorgesehen. Das Gebäude in der Turmstraße leide unter der aufgeschobenen Sanierung, kritisiert Esser. Teilnehmer von VHS-Kursen beklagten den dortigen Zustand. „Der Wert dieses Gebäudes, das auch unter Denkmalschutz steht, sinkt sichtbar; die Sanierungskosten werden zukünftig daher steigen“, schreibt Esser weiter. Sein Fazit: „Es wäre schön, wenn die Sanierung der beiden Fachwerkhäuser unabhängig vom Kauf des Gemeindezentrums möglich wären – leider sind sie hiervon abhängig und müssen daher in die beauftragte Kostenberechnung einbezogen werden.“ Nachdenkliche mache ihn, dass derzeit Forderungen des Brandschutzes relativ rasch aufgegriffen und erledigt werden, Forderungen der Denkmalpflege dagegen immer wieder hinten angestellt, schreibt Esser abschließend. |rhp