Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel „Ganz aufhören, des kann ich net“

Verabschiedet sich noch nicht von der Kommunalpolitik: Inge Volz arbeitet weiter für die SPD im Kreistag sowie im Orts- und Verb
Verabschiedet sich noch nicht von der Kommunalpolitik: Inge Volz arbeitet weiter für die SPD im Kreistag sowie im Orts- und Verbandsgemeinderat.

15 Jahre lang war Inge Volz Ortsbürgermeisterin von Westheim. Die SPD-Politikerin ist aber schon viele Jahre länger in der Kommunalpolitik auf Kreisebene aktiv. Und das wird sie noch bleiben. Und das hat seine Gründe.

Der SPD bleibt Inge Volz treu. Daran lässt sie keine Zweifel aufkommen. Auch wenn „man nicht immer mit allen Entscheidungen einverstanden ist“, sagt die Westheimerin. „Natürlich passt einem nicht alles.“ Doch sei sie eine Sozialdemokratin. Und die Sozialdemokratie hat Volz zufolge eine große Tradition in ihrer Familie. Während der Nazi-Herrschaft seien Familienmitglieder verfolgt worden. Sie nennt den Namen Karl Eichhorn, der Bruder ihres Großvaters, der in Mannheim Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet hatte. „Die SPD geht nicht unter, die SPD wird gebraucht“, sagt die überzeugte Sozialdemokratin. Das bezieht sie nicht nur auf die große Politik, sondern auch auf Orts- und Verbandsgemeinde. Zum Wahlergebnis sagt sie etwas enttäuscht, dass es in der Ortsgemeinde hätte besser ausfallen können, in der Verbandsgemeinde „haben wir einen Sitz dazugewonnen“. „Die Themen müssen den Bürgern besser nahe gebracht werden. Das müssen wir immer wieder versuchen“, sagt sie.

Hirschgraben trennt Bürger

Sozialdemokratisch ist auch ihr Denken, wenn es um das Thema Jugend geht. Das liege ihr besonders am Herzen. Aus dem Grund sei sie schon seit 1989 im Kreistag auch im Jugendhilfeausschuss aktiv. In ihrer Zeit als Ortsbürgermeisterin von Westheim ist vieles für Kinder und Jugend entstanden. 2005 habe sich „Wir für Westheim“ gegründet. „Die haben einen Raum am Kindergarten angebaut“, sagt Volz. Es habe damals noch keine Ganztagsbetreuung im der Kita gegeben. „Wir haben einen tollen Spielplatz, der mit Naturspur gebaut worden ist. Der wird von der Schule und Bürgern immer noch gut und gerne angenommen“, sagt Volz. Die meisten Entscheidungen im Rat seien einstimmig gefallen. Über das Streitthema Hirschgraben will Inge Volz nicht reden. Die Meinungen dazu teilen das Dorf.

Mehr Zeit für Enkel

Ans Aufhören will Inge Volz noch nicht denken. „Ganz aufhören, des kann ich noch net“, sagt sie. „Mir ist es wichtig, dass ich mich langsam entwöhne. Ich bin ein politischer Mensch, das war ich schon immer und werde es sein“, sagt die Sozialdemokratin. Das Thema Hochwasserschutz durch Überschwemmungen muss aus Volz’ Sicht in der Verbandsgemeinde angegangen werden. „Die Leute müssen auch verstehen, dass sie teilweise selbst für einen Schutz sorgen müssen.“

Etwas mehr Zeit für die Enkel wird Inge Volz nach der Amtsübergabe an ihre Nachfolgerin Susanne Grabau haben. „Nicht viel mehr, aber schon ein wenig“, sagt sie. Auch könne sie mit ihrem Mann Michael mal spontan wegfahren, das war bisher eher selten der Fall. Auch Bilder der Familie, die bis in die 1920er Jahre zurückreichen, will sie mal sortieren. Langweilig wird es Inge Volz nicht. Sie ist und bleibt aktiv.

Info

Konstituierende Sitzung des Ortsgemeinderates Westheim, Montag, 12. August, 19 Uhr, Bürgerhaus. Themen unter anderem: Ernennung der neuen Ortsbürgermeisterin, Verabschiedung ausgeschiedener Ratsmitglieder, Verpflichtung neuer Ratsmitglieder, Beigeordnetenwahl, Bauanträge, Informationen.

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