Kreis Germersheim Friedlich, aber weniger Besucher
Bereits im Vorfeld gab es kaum ein anderes Thema um das diesjährige Stadtfest in Kandel als den Eintritt, den jeder Besucher zahlen musste: 2 Euro am Tag oder für alle drei Tage 5 Euro waren fällig. (siehe „Zur Sache“). Auf Facebook regte sich leichter Widerstand: „Wenn es Eintritt kostet, kommen wir nicht“, war da zu lesen. Einige Facebookler stellten fest, dass man ja auch so die Musik gut hören könne.
Und in der Tat, waren am Samstag um das abgeriegelte Stadtfest überwiegend Jugendgruppen zu sehen, die sich versammelten und offensichtlich ihren Spaß hatten – außerhalb des Festbereichs. Um hinein zu kommen hieß es für die Besucher einen der 16 Eingänge zu passieren, die größtenteils von Security-Leuten – der stets ernste Gesichtsausdruck gehört wohl zum Berufsbild – überwacht wurden und die auch an den umzäunten Abschnitten wie dem Dierbachweg regelrecht patrouillierten. Auf dem Festgelände war die Stimmung auch in diesem Jahr gut: Bei dem immens großen gastronomischen Angebot ist für jeden Geschmack etwas dabei, auch wenn einige Gäste zu lange Wartezeiten monierten. Denn sie wollten schnell wieder zurück an die Bühnen, wo die Bands alles gaben, um ihr Publikum trotz des wechselhaften Wetters bei Laune zu halten. Abhotten zu harten Techno-Beats vor der DJ-Bühne war da trotz nasser Klamotten und Haare angesagt. Die drei Männer von „Limited Edition“ an der Bellheimer Bühne sorgten mit Hits wie „Crazy Little Thing Called Love“ für einen entspannt-rockigen Einstieg in den Musik-Abend – Tänzchen an der Straßenecke inklusive. Es folgten „Fisherman’s Friends“ mit powervollen Cover- und eigenen Songs und die extravaganten Jungs von „Saftwerk“ in gewohnt unterhaltsamer Weise. Auf der Sparkassen-Bühne waren es, trotz zunehmend gezückter Regenschirme, nach „Gino in the bottle“, die Gruppen „Alive“ und „Supersonix“, die ihre Fans unterhielten. Bei der VR-Bühne war die Stimmung bei den Auftritten der jungen Band „Modeste“, die elektronische mit Rockmusik verbindet, und „All In“ mindestens genauso gut. Und auf dem Marktplatz, wo es traditionell etwas gediegener zugeht und am Nachmittag vor allem Kinder mit Familien unterwegs waren, sorgten die Rock’n’Roller „Betty Sue & the Hot Dots“ mit Pomade und Petticoat sowie im Anschluss der stimmstarke „Oli Dums & Band“ für Unterhaltung. Dennoch, deutlich weniger Besucher als vor zwei Jahren waren am Stadtfest dabei. Ob es der Eintritt war, das teils doch sehr schlechte Wetter oder das große Konkurrenzangebot an diesem Wochenende bleibt unklar. Marktmeister Jürgen Weiß zeigt sich am Sonntag mit dem Verlauf des Stadtfestes zufrieden. „Die Stimmung war gut und vor allem war es friedlich“, zog er ein erstes Fazit.