Wörth Freikirche: Gott in der Grillhütte begegnen

Die Pastoren wählen aktuelle Themen für die Predigten.
Die Pastoren wählen aktuelle Themen für die Predigten.

Um die 40 Menschen feiern einmal im Monat gemeinsam Gottesdienst. Nicht in einer der Wörther Kirchen, sondern in der Festhalle oder in der Grillhütte. Ausrichter ist eine freikirchliche Gemeinde, die über den Rhein expandiert ist.

„Treffpunkt Leben“ ist eine evangelische Freikirche im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, der deutschlandweit fast 800 Gemeinden angehören. Seit eineinhalb Jahren ist sie in Wörth aktiv. Der Campus Wörth gehört zu einer Hauptgemeinde in Karlsruhe, einmal im Monat findet allerdings ein Gottesdienst in Wörth statt, der sich vor allem an Pfälzer richtet.

Die Gottesdienste seien im Vergleich zu denen der Landeskirchen in ihrem Ablauf freier und würden in Karlsruhe regelmäßig von etwa 300 und in Wörth von 30 bis 40 Mitgliedern besucht, erzählt Campusleiter Benjamin Rohland. Die Gemeinde möchte einen Treffpunkt für alltagsnahen Glauben bieten und die Menschen mit relevanten, zeitgemäßen und aktuellen Predigtthemen erreichen. Außerdem werde viel Gesang in die Gottesdienste integriert.

An Ökumene interessiert

„Menschen mit Gott in Verbindung bringen“ sei das zentrale Anliegen, so Rohland, der selbst in Wörth wohnt. Ein Ziel, dass die Gemeinde mit anderen Kirchen teilt: „Wir sind auch total happy, wenn sich da langfristig eine ökumenische Zusammenarbeit ergibt“, sagt er. Dies brauche aber Zeit und der Fokus liege nun erst einmal darauf, als neuer Campus eigene Strukturen zu schaffen. „Treffpunkt Leben“ möchte nicht als Konkurrenz zu den Gemeinden der Umgebung auftreten, sondern auch „immer mal wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, wenn sich die Möglichkeit ergibt“, sagt Rohland. Die Gemeinde hat sich beispielsweise an der interkulturellen Woche und dem Martinsumzug in Wörth beteiligt.

Wenn etwas unbekannt ist, entstehen schneller Vorurteile. Dem möchte „Treffpunkt Leben“ mit Transparenz und Offenheit begegnen. Die Freikirche finanziere sich aus den Spenden der Mitglieder. Die Pastoren haben sich ihr Wissen auf unterschiedlichen Wegen angeeignet: durch ein Theologiestudium, im Selbststudium oder über eine Ausbildung. Sie geben sich gegenseitig Rückmeldung zu den Predigten. Entscheidend sei nicht nur die formale Ausbildung eines Menschen, meint Rohland. Werden Aufgaben verteilt, spielen vor allem individuelle Talente der Mitglieder eine Rolle.

Kleingruppen, in denen sich die Gemeinde organisiert, die sogenannten „Life Groups“, sind neben den Gottesdiensten eine weitere Säule der Gemeinde und helfen Menschen persönlich in Verbindung zu kommen. Anstatt sich nur flüchtig bei Gottesdiensten zu begegnen, könne man sich hier entsprechend individueller Interessen vernetzen – etwa bei Sport oder Bibelstudium. Wichtig sei auch die Kinder- und Jugendarbeit, die in mehreren Gruppen organisiert ist. Mangels Nachfrage und Mitarbeitenden habe sich neben der Betreuung während der Gottesdienste aber noch keine eigene Jugendgruppe in Wörth gebildet.

Sexuelle Orientierung irrelevant

„Bei uns soll jeder, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, ein geistliches Zuhause finden und ist herzlich willkommen“, sagt Benjamin Rohland. Die Glaubensgemeinschaft sei davon überzeugt, „dass Gott alle Menschen liebt“ und fühle sich beauftragt, diese Liebe weiterzugeben. Wenn man ein neues Mitglied werden möchte, werde aber in der Regel vorausgesetzt, dass man den „Next-Steps-Kurs“ besucht hat. Teilnehmer sollen dabei die Werte der Gemeinde kennenlernen und eigenen Stärken entdecken. Der Hintergedanke: Die Gläubigen sollen zur Mitarbeit ermutigt und sich besser mit der Gemeinschaft identifizieren können.

Die Gemeinde in Wörth hat noch keine eigenen Räume und mietet für ihre Veranstaltungen unter anderem die Wörther Festhalle. Auch in der Grillhütte wurde schon Gottesdienst gefeiert. Ziel ist einen eigenen Veranstaltungsort zu haben, um auch in Wörth wöchentlich Gottesdienste feiern zu können. Der nächste Gottesdienst findet am Sonntag, 16. Juli, im Bürgerpark statt.

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