Wochenspitzen
Foulspiel im Netz, Fairplay beim Gedenken
Corona im Sportverein: Gefoult, was das Zeug hält
Da lässt sich ein junger Mann ohne Not und freiwillig auf das Virus testen und wird von Besserwissern an den Social-Media-Pranger gestellt. Der Corona-Fall beim TuS Knittelsheim zeigt wieder einmal, wie niedrig die Hemmschwelle in den sozialen Netzwerken für Hetze und Häme ist und Fairplay hier keine große Rolle spielt. Da wird gefoult, was das Zeug hält. Einige Kommentare hätten mindestens die Gelbe Karte verdient. Auch die anfängliche Kommunikation der Kreisverwaltung im Netz war rotverdächtig. Gut gekontert hat der Fußballverein, der transparent den Sachverhalt mit einer Stellungnahme klärte und seinem Spieler – „you’ll never walk alone “ – von Beginn an Rückendeckung gab.
Völkerverständigung: Ein Zeichen gegen Ressentiments
Im Frühling waren wegen der Corona-Pandemie zeitweise die Grenzen in Europa geschlossen und quasi über Nacht tauchten alte Ressentiments zwischen Deutschen und Franzosen wieder auf. Als hätte es die Jahre der Völkerverständigung nie gegeben. Was sonst eine normale kleine Meldung gewesen wäre, ist daher nun eine ausgesprochen gute Nachricht: Jüngst durfte zum ersten Mal ein Kandeler Bürgermeister beim Gedenktag der Schlacht von Reichshoffen im Jahr 1870 in der elsässischen Partnerstadt sprechen. Es sei ein „Gänsehautmoment“ gewesen, als neben der französischen Flagge am Mahnmal auch die deutsche Flagge gehisst wurde, sagt Bürgermeister Michael Niedermeier (CDU). Ein bislang einmaliges Zeichen, das daran erinnert, dass 2020 vieles nicht mehr selbstverständlich ist – auch nicht die Freundschaft über die Grenzen hinweg.
Schönes Wochenende
Natascha Ruske und Nicole Tauer