Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Forst will nicht alle Waldwege im Goldgrund pflegen

Der Weg und die Brücke zur Insel Nauas sollen sich selbst überlassen werden.
Der Weg und die Brücke zur Insel Nauas sollen sich selbst überlassen werden.

Der Goldgrund soll Naherholungsgebiet bleiben, auch wenn er inzwischen ein Naturwaldreservat ist. Um Spaziergänger und Radfahrer in den Wald zu locken, müssen die Wege intakt sein. Doch das sind nicht alle. Und daran wird sich auch nichts ändern. Denn Weg ist nicht gleich Weg.

Dass alle im Stadtrat Wörth vertretenen Fraktionen einen gemeinsamen Antrag stellen, ist wahrlich nicht die Regel, eher die Ausnahme. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates machten sich alle Fraktionen für den Erhalt der Brücke Weges im Naturwaldreservat Goldgrund stark. Doch die Chancen, dass sie mit ihrem Einsatz Erfolg haben, sind nicht groß, was für einige Verärgerung sorgte.

Die Brücke über das Durchlassbauwerk „Minthe Kanal“ ist beschädigt, ebenso der Waldweg, der zur Brücke führt. „Die Brücke wurde vermutlich im Zuge der Abrissarbeiten des Naturfreunde-Hauses sowie durch Forstarbeiten – beides im Auftrag der Landesforsten – mit schwerem Gerät massiv beschädigt. Eine Reparatur beziehungsweise Instandsetzung erfolgte nicht“, sagte Mario Daum (SPD), der den Antrag präsentierte. Die Stadtverwaltung solle sich gegenüber Landesforsten Rheinland-Pfalz und dem Umweltministerium in Mainz dafür einsetzen, dass Maßnahmen zur Verkehrssicherung ergriffen werden, lautet die Forderung.

Wald wird sich selbst überlassen

Aus dem rund 310 Hektar großen einstigen Naturschutzgebiet im Süden von Maximiliansau soll ein Naturwaldreservat werden. So der Wunsch des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität. Deshalb wurden Anfang 2022 die im Staatswald liegenden Auenbereich wasserseits des Rheinhauptdeiches im Goldgrund aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen. Im Klartext heißt das, dass der Wald weitestgehend sich selbst überlassen wird.

Als die entsprechenden Pläne Mitte 2021 im Ortsbeirat Maximiliansau und im Stadtrat präsentiert wurden, stießen sie in den Gremien auf große Zustimmung. Auch weil versprochen worden sei, dass die Wege für Spaziergänger erhalten blieben, so Daum. Noch ein weiterer Aspekt spielt eine Rolle. Die rund 14 Hektar große Insel Nauas ist nur über den Weg und die Brücke zu erreichen. Die Insel wird landwirtschaftlich genutzt. Unter anderem weiden dort Rinder. Der Landwirt könne die Flächen nicht mehr erreichen, wenn es den Weg nicht mehr gebe, so Daum.

Kritik an Landesforsten

Den Fragen und der Kritik der Stadtratsmitglieder stellte sich Siegfried Schloß. Der Biologe war Mitglied in der Arbeitsgruppe, die die Pläne für die Naturwaldreservate erarbeitet hat, außerdem soll er den Prozess vor Ort moderierend begleiten. Es habe mehrere Gespräche zwischen der Forstverwaltung, dem Landkreis und dem betroffenen Landwirt gegeben, sagte Schloß. Der Landwirt sei stets informiert gewesen. Für ihn gebe es eine Alternativroute. Die ist allerdings deutlich länger. „Der Weg wird für den Forstbetrieb nicht mehr gebraucht, deshalb wird ihn Landesforsten auch nicht weiter pflegen“, sagte Schloß. Auch für die Brücke werde es keine Erhaltungsmaßnahmen geben, sie werde auch nicht ersetzt.

Das sei so nicht vereinbart gewesen, sagte Egon Förster (CDU): „Es wurde damals ausdrücklich betont, dass die Brücke und die Wege erhalten bleiben sollen.“ Auch als Naturwaldreservat solle der Goldgrund seine Naherholungsfunktion erfüllen und für Spaziergänger zugänglich sein, bestätigte Schloß. Die anderen Wege würden weiter vom Forst gepflegt. Er fühle sich veräppelt, sagte Jürgen Weber (CDU). „Uns wurden in der damaligen Stadtratssitzung ganz andere Dinge zugesagt. Die Wege waren ein zentrales Thema. Es war nie die Rede davon, dass ein Weg nicht mehr gepflegt würde“, so Weber. Schloß zuckte bedauernd mit den Schultern. Er versprach lediglich, sich darum zu kümmern, dass auf die Wege Feinsplitt aufgebracht werde, damit Radfahrer sie besser befahren können. Das hatte Günther Bähr (SPD) gefordert.

Der fraktionsübergreifende Antrag wurde bei einer Enthaltung einstimmig verabschiedet. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, sich gegenüber Landesforsten und Umweltministerium dafür einzusetzen, dass Verkehrssicherungsmaßnahmen im Goldgrund ergriffen würden. „Wir werden das tun, aber unsere Einflussmöglichkeiten sind in diesem Fall nur sehr gering“, sagte Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD).

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