Kreis Germersheim Familienvater mit Drogen im Keller

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In Rülzheim lagerten die Drogen, die sich Kunden des Internet-Bestellseite „Chemical love“ mit der Post schicken ließen. Als die mutmaßlich wichtigsten Hintermänner des Rauschgift-Vertriebs stehen seit gestern in Landau drei Männer vor Gericht. Zu ihnen gehört der 30-Jährige, in dessen Keller die Ermittler den Vorrat fanden.

Ein Ehering blitzt an der Hand des 32-Jährigen, der mit zwei weiteren Angeklagten im Landauer Gerichtssaal sitzt. Schließlich ist er verheiratet und Vater zweier Söhne. Doch Frau und Kinder sieht er nur alle paar Monate. Sie sind zu seinem Vater nach Franken gezogen. Und er sitzt in Haft. Denn im Keller seiner Rülzheimer Wohnung lagerten Drogen, er soll der Lagerverwalter für Deutschlands zeitweise größten Internet-Rauschgiftversand gewesen sein (mehr dazu auf der Südwest-Seite). Nach Rülzheim gezogen war der schmächtige Mann mit dem lichter werdenden Haar erst vor wenigen Jahren, angezogen hatte ihn die Nähe zum Daimler-Werk in Wörth. Denn für den Fahrzeugbauer erprobte sein letzter Arbeitgeber neue Modelle, eine Aufgabe, die dem Mann Spaß gemacht zu haben scheint. Dabei waren Kindheit und Jugend eher schwierig verlaufen: Am Bodensee aufgewachsen, verkracht sich der Angeklagte mit dem neuen Mann seiner Mutter. Erst landet er im Internat, dann zieht er zu seinem leiblichen Vater. Dort, so berichtet er, fühlt er sich wohler. Er schafft einen guten bayerischen Hauptschulabschluss, doch mit seiner ersten Ausbildung scheitert er: Zu schwer seien die Prüfungen für ihn gewesen, meint der 32-Jährige. Und: Anderes sei ihm in jener Lebensphase einfach wichtiger gewesen. Später geht er zur Bundeswehr, würde sich gerne als Zeitsoldat für mehrere Jahre verpflichten. Doch die Streitkräfte knausern gerade mit Unteroffiziersstellen. Frustriert schwänzt er den Dienst, macht sich so strafbar. Und weil er dann auch noch Autos aufbricht, landet der 32-Jährige tatsächlich für eine Weile im Gefängnis. Es ist sein nun ebenfalls mit angeklagter zwei Jahre jüngerer Bruder, der ihm hinterher wieder auf die Beine hilft: Er streckt Geld vor, sodass der Ältere den Auto- und dann den Lastwagenführerschein machen kann. Nun arbeitet er für verschiedene Speditionen, ehe er heiratet und den Job als Testfahrer ergattert. Warum er dann doch wieder auf die schiefe Bahn gekommen ist, bleibt an diesem ersten Verhandlungstag noch offen. Klar wird aber schon: Der 32-Jährige hat auch selbst von den Drogen genommen, die in seinem Keller lagen. Nun, sagt er, will er eine Therapie machen. „Damit so etwas nie wieder passiert. Das bin ich meiner Frau und meinen Kindern schuldig.“ Südwest |häm

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