Kreis Germersheim Fachgeschäfte ziehen an

Für Spielernaturen: Vor einem Geschäft können Kunden um Prozente würfeln.
Für Spielernaturen: Vor einem Geschäft können Kunden um Prozente würfeln.

Kaum ein leerer Parkplatz um die Kandeler Innenstadt herum, aber kurz nach 13 Uhr konnte man gestern noch recht gemütlich durch die Hauptstraße laufen, wo die Geschäfte gerade zum verkaufsoffenen Sonntag geöffnet hatten. Die meisten Menschen bewegten sich auf der Schattenseite, da das Thermometer über 30 Grad anzeigte. Die RHEINPFALZ wollte von Passanten wissen, warum sie an diesem verkaufsoffenen Sonntag den Weg nach Kandel gesucht haben – trotz der Hitze und der vielen Feste in der Umgebung.

Die Rentner Harry Meinhart und Udo Siebert aus Offenbach warten gerade vor einem Schuhgeschäft auf ihre Frauen. „Wir waren heute Morgen auf dem Flohmarkt in Klingenmünster, Jetzt wollten unsere Frauen noch eine Shopping-Tour machen. Wir sind sonntags immer unterwegs und zeigen dem ehemaligen Hamburger – Siebert wohnt seit drei Jahren hier – unsere schöne Gegend,“ erzählt Meinhart. Und schon ruft seine Frau. Sie hat Schuhe für ihn gefunden, die er anprobieren soll. Christel Graf (Kandel) kam vom Friedhof und wollte die Gelegenheit wahrnehmen, um Schuhe zu kaufen. „Ich habe die richtigen gefunden“ zeigt sie stolz zwei Paar in der Tüte. Ein Kandeler Ehepaar wollte in Ruhe durch die Stadt laufen und sich umsehen. „Da brauchen wir keinen Parkplatz und können das Bummeln genießen – trotz der Hitze.“ Doris Meier und Jutta Zink (Berg) waren gleich um 13 Uhr da und haben Bekleidung für ihre Männer mitgenommen. „Unter der Woche haben wir als Berufstätige kaum Zeit zum Bummeln und Einkaufen. Nach Kandel kommen wir gerne, weil es hier angenehm, nicht zu groß, sondern kompakt ist und es schöne Geschäfte mit guter Auswahl gibt. Nach dem langen Wochenende können wir heute ohne Stress einkaufen.“ Eine Germersheimerin sagt: „Ich gehe gerne zum Bauernmarkt. Danach geht es natürlich zu Grahn. Wir haben in Germersheim kein Schuh-Fachgeschäft. Kandel hat ja auch eine schöne Einkaufsstraße – heute ohne Autos. Zudem habe ich in der Parfümerie für 25 Euro eingekauft, wo ich sonst 100 Euro hätte zahlen müssen. Das hat sich gelohnt. Jetzt gibt es noch Kaffee und ein schönes Eis.“ Aus Erlenbach kam Familie Weigel mit ihren zwei Kindern, die sich Sonnenbrillen aussuchten. „Bei diesem schönen Wetter und dem langen Wochenende wollten wir hier bummeln und wenn es sich ergibt, auch etwas einkaufen,“ meinte der Vater. Marcel Moulliet aus Büchelberg war mit Frau, Tochter und Sohn unterwegs. Er ist bei der Stadt Kandel beschäftigt. „Ich habe heute Morgen zur Vorbereitung dieses Tages gearbeitet. Wir waren jetzt auf dem Maimarkt und auf dem Pflanzenmarkt, damit unsere zwölfjährige Tochter auch sieht, wie man Pflanzen pflegen und selbst ziehen kann und sie nicht nur im Supermarkt einfach kaufen muss.“ Helmut Eichert aus Kandel meinte: „Ich bin mit meiner Frau über den Maimarkt gelaufen, bevor es zu heiß wird. Jetzt bummeln wir durch die Stadt und machen Zufallseinkäufe wie gerade Blumenstöcke für unsere neue Gartengestaltung. Unter der Woche gibt es gezielte Einkäufe.“ Rainer Seibel aus Herxheim war mit seiner Frau nach Kandel gekommen, „weil es als Berufstätiger praktisch ist, nicht unter Zeitdruck einkaufen zu müssen. Deshalb haben wir diese Gelegenheit genutzt. Allerdings wollten wir etwas Bestimmtes kaufen, was wir aber nicht bekommen haben. Jetzt haben wir einen Zufallskauf mit Bekleidung getätigt.“ Für Bernhard Sitter aus Wörth, der zwei Töchter, Schwiegersohn und zwei Enkel im Schlepptau hat, ist es Tradition, den Maimarkt in Kandel zu besuchen und dann auch einzukaufen. Dagegen kam Beate Schweigert aus Wörth mit ihrer Bekannten Lucia Erhart aus Hatzenbühl mit dem Fahrrad nach Kandel, um zu bummeln und Leute zu treffen. „Manchmal kaufen wir auch zufällig etwas ein.“ Nach 14 Uhr füllte sich die Hauptstraße und es war nicht mehr ganz so leicht, sich in der Schattenseite durchzudrängeln. Da hörte man dann auch in den Geschäften französisch und badisch Sprechende, die Einkaufstüten mit sich herumtrugen.

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