Kreis Germersheim Für Stadt in Fördertöpfe greifen

„Ja, ich nehme die Wahl an“, sagte Sascha Hofmann am Donnerstagabend im Stadtrat, nachdem um 20.30 Uhr das Wahlergebnis feststand. Demnach soll er ab 1. Januar für acht Jahre neuer Erster Beigeordneter von Germersheim werden (wir berichteten gestern in Kürze). 19 von 28 Ratsmitgliedern hatten für den promovierten Diplom-Übersetzer gestimmt, neun für seinen Gegenkandidaten, den Diplom-Verwaltungswirt und Bauamtsleiter der Stadt Wörth Michael Frey.
ist kein ganz Unbekannter in der Stadt, wo der verheiratete Vater zweier Kinder vor seinem Umzug nach Landau einige Jahre gelebt hat. Den Wohnort werde er nun aber nicht wechseln. – Laut Bürgermeister Marcus Schaile (CDU) ist mit dem Amt keine Residenzpflicht verbunden. – Und in einer halben Stunde könne er mit dem Auto in Germersheim sein; das sei auch bei Abend- und Wochenendterminen, möglicherweise in Vertretung des Bürgermeisters, kein Problem, sagte Hofmann. Nach seinem Studium in Germersheim war er von 2010 bis 2015 Geschäftsführer des hiesigen Fachbereichs der Uni Mainz. Dann trat Hofmann vertretungsweise eine Professorenstelle an. Aber nun ziehe es ihn zurück in die Verwaltung, sagte er in seiner Vorstellungsrede. „Dann habe ich die Stellenausschreibung (für die Beigeordnetenstelle; Anmerkung der Redaktion) gesehen, die meinem Profil entspricht.“ Er sei allerdings kein ausgewiesener Baufachmann. Kenntnisse zum Erstellen von Bauplänen und des Lesens von Bebauungsplänen fehlten ihm. Dennoch bringe er einige Erfahrungen aus dem Bausektor mit. Dabei verwies der 40-Jährige auf seine Zeit als Geschäftsführer und Mitglied des Bauausschusses des Fachbereichs. In der sei er bei Sanierungsarbeiten am Unigebäude in die Bauüberwachung eingebunden gewesen. Zudem habe er als ein Geschäftsführer einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) in Landau Wohnhäuser erstellen lassen und deren Bau betreut. Als seine vorrangige Zielsetzung als Beigeordneter nannte Hofmann zunächst die Fortsetzung des laufenden Geschäfts an: beispielsweise die Bauarbeiten am Bismarckplatz und die Sanierung der Orffstraße. Auf den knappen Wohnraum in der Stadt angesprochen, sagte Hofmann, dass er sich die Ausweisung von Neubaugebieten in Sondernheim vorstellen könne, wo sich noch freie Flächen befänden. Nachverdichtung, eventuell am Hintereck, sei ebenfalls ein Thema, wenn auch ein oft schwieriges, Stichwort Erbengemeinschaften. Zudem gelte es Geld aus Fördertöpfen zu holen. – Insbesondere darauf hatte sich einer seiner Vorgänger gut verstanden, Dieter Hänlein (CDU), der, bevor er Bürgermeister wurde, Beigeordneter war. – Und: „Je knapper die Kassen, umso kreativer müssen die Umstrukturierungen sein.“ Frey (44) sprach sich auch für innerstädtische Nachverdichtung aus. Zudem regte er an, dass der Einzelhandel in den Konversionsobjekten den Bestand ergänzen und nicht mit diesem konkurrieren soll. Frey empfahl auch den Ausbau des Radwegenetzes, den Bau altersgerechter Wohnungen, W-Lan-Hotspots zu schaffen und Schulen um Mensen zu erweitern.