Kreis Germersheim Eurovisionshymne gegen Narrhallamarsch

Im ausverkauften Haus brannten die Leimersheimer Wasserhinkelfasenachter ein sechsstündiges närrisches Feuerwerk ab. In dieser Kampagne hießen sie Europa im Dorf willkommen. So lieferten sich Narrhallamarsch und Eurovisionshymne fast einen kleinen Wettbewerb. In Hochform präsentierten die Sitzungspräsidenten Michael Huber und Patrick Schardt ein kurzweiliges Programm. Nach etwas Anlaufzeit ging das Publikum sehr gut mit.
Den Leimersheimer Jahresrückblick stellten die Messdiener zusammen, den Sebastian Dörrler als Cindy aus de Waldstrooß präsentierte. Ganz modern wurden Statements zum Programm aus den sozialen Netzwerken eingespielt. Die „Boygroup“ als „Showact“ nahm das Publikum im Sturm. Sie nahmen das Messdiener-Zeltlager auf die Schippe. Die Leimersheimer Faschingshymne veralberten sie als Männerchor, da bei den Kirchenchören die Situation derzeit etwas schwierig ist. Als Verbandsbürgermeister Matthias Schardt kritisieren sie, wie das Land am Nürburgring agiert, während im Ort der Jugendtreff schimmelt. Weitere Themen waren unter anderem die problematische Bierversorgung auf Festen und die hinter Kleidersammelkörben vermuteten Einbrecherbanden. Nach mystischem Beginn wurde der Showtanz der „New Vibrations“ sehr bald rhythmisch und zackig, eine super Leistung. Der „New Style Hip Hop“ kam sehr gut an und brachte das Publikum nach der Pause schnell wieder auf Betriebstemperatur. Mit dem Jahresmotto „Europa“ hatte der Showtanz nicht direkt etwas zu tun, aber diese Immunität hat bei den Showtänzen der Garden eine gewisse Tradition. Jahrelang prägte das Duo „Happy Music“ die Faschingsbälle. Nun wurden sie von Patrick Schardt und Christian Laveuve imitiert, nannten sich in Glitzerhemd und Vokuhila-Perücke Walzer-Kurt und Limbo-John. Mit Wortwitz und Esprit hielten sie nicht nur der Fasenacht den Spiegel vor, sondern beleuchten auch das Credo des trinkfesten Festausschusses und die Idee zum Kerweumzug. Der Fußballclub sei trotz besoffenen Antretens und fast keinem Training zu „dappisch“ zum Absteigen. Ihr eigenes Credo „dumm babble“ würzten sie mit Klassikern aus dem Repertoire von Happy Music, im Halbplayback gesungen. Von der Wasserhinkelfasenacht kaum noch wegzudenken ist die Kellnertruppe, eine Kooperation des Musikvereins und des Männerchors. Sie spotteten über EU-Verordnungen, wonach der rostige Brunnenwürfel nicht größer sein dürfe. Brüssel habe beim Landrat moniert, der (Reiner) Hör wäre zu klein, um weiter Verbandsbürgermeister zu sein. Mit „ohne Hirn durch das Netz, bis die Nacht zu kurz wird“ hielten sie den Leimersheimern vor, was einige in den sozialen Netzwerken von sich gaben. Eine Collage von vier Motiven vereinigte Matthias Schardt in einer Person. Als Leimersheimer Litfaßsäule steht er nach dem Ende der Weltkriegsausstellung ungenutzt in der Hauptstraße. Eine mögliche Verwendung wäre, einen Krater im Wald damit zu verfüllen. Doch das rufe die Grünen auf den Plan, für die Beton im Wald so schlimm sei, wie Atom oder das Gewerbegebiet. Dann glossierte er noch auf seine Art, wie einige andere Büttenredner auch, den Rülzheimer rostigen Denker. In seiner Mischung aus Büttenrede und Gesangsdarbietung kündigte er an, dass er sich ein paar Jahre eine fasenachtliche Auszeit nehmen will. Mit rhythmischem Klatschen versuchte das Publikum, ihn umgehend umzustimmen. Die Resonanz beim Publikum auf die Prunksitzung war durchweg positiv. Norbert Fischer sagte beispielsweise, er fühlte sich durchweg gut unterhalten. Ruth und Günter Robin aus Spöck gefiel die Sitzung, auch wenn sie bei den lokalen Themen nicht wirklich involviert sind.