Wörth
Erinnerungen an erste „Familienkutsche“ bei Oldtimer-Treffen
Nach zweijähriger Pause lädt der Oldtimerclub Kandel am Sonntag, 3. Juli, von 10 bis 18 Uhr, zum 3. Oldtimer-Treffen für Autos, Motorräder, Mopeds und Traktoren an die Bienwaldhalle ein. Bereits mehr als 150 Anmeldungen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Fahrzeugen bis Baujahr 1980 liegen derzeit vor, wie der Präsident des ausrichtenden Clubs, Ludwig Pfanger, sagt. Nachdem die ersten Treffen auf dem Gelände des „Adamshofs“ in Kandel stattfanden, wurde nun die Bienwaldhalle mit entsprechend großen Platzkapazitäten als Austragungsort gewählt.
Simple und robuste Technik
Das Interesse an alten Autos, Zweirädern und Traktoren dürfte nach der in den Jahren 2020 und 2021 eingelegten Pause nicht nachgelassen haben. Im Gegenteil: Die alten Fahrzeuge zeichnen sich noch durch eine eigenständige Formensprache aus, die nicht, wie bei heutigen Fahrzeugen üblich, am Computer entworfen und im Windkanal abgestimmt wird. Neben der Bewunderung für das „alte Blech“ kommen auch oftmals „nostalgische Momente“ seitens der Besucher hinzu, die sich beim Anblick der auf Hochglanz polierten automobilen Schätze gerne zurück erinnern – zum Beispiel an die einstige „Familienkutsche“ oder das erste eigene Auto, das man vor Jahrzehnten gefahren hatte. Darüber entspinnen sich natürlich die bei diesen Treffen obligatorischen Fachsimpeleien und „Benzingespräche“, die sich in der Regel rund um die vergleichsweise simple, aber robuste Technik von anno dazumal ranken.
Zu den gemeldeten Fahrzeugen, die an der Bienwaldhalle eintreffen werden, gehören neben Traktoren der Marken „Lanz“ oder „Mc Cormick“ insbesondere Motorräder wie eine NSU TS 301 aus dem Jahr 1930, eine 1951er Viktoria oder eine BMW R26, Baujahr 1958. Auch zahlreiche Autos werden erwartet, die eng mit der bundesrepublikanischen Geschichte der 1950er und 60er Jahre verknüpft sind, angefangen von damals zeittypischen Fahrzeugen wie dem Messerschmidt Kabinenroller oder der BMW Isetta 300 – beide aus dem Baujahr 1963. Der automobile Oberklasse jener Epoche wird von Fahrzeugen wie dem 1958er Opel Kapitän, einem elegant gezeichneten Borgward Isabella Coupé von 1958 und einer BMW-Limousine mit acht Zylinder-Motor repräsentiert, ergänzt um seltene Wagen wie den sogenannten „Adenauer“-Mercedes von 1950, benannt nach dem damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer – letzteres Automobile, die zu „Wirtschaftswunder“-Zeiten nur Staatsmännern und den „Kapitänen“ der Wirtschaft vorbehalten waren.
Britische Noblesse
Mit einem 1952er Rolls Royce Silver Shadow und einem 1959er Cadillac Sedan de Ville sind auch britische und amerikanische Hersteller beispielhaft benannt, deren Modelle damals schon mit üppigen Ausmaßen, luxuriösem Innenleben und viel Motorleistung den Optimismus und Wohlstand jener Jahre verkörperten. Da der Oldtimerclub Kandel gut vernetzt ist und Beziehungen zu anderen Clubs unterhält, werden auch Teilnehmer aus Wissembourg und 20 Fahrzeuge aus Kandels Partnerstadt Reichshoffen (Elsass) zum Treffen erwartet.
Der Oldtimer Club Kandel ist der größte Verein dieser Art in der Südpfalz und eng verbunden mit anderen Clubs der Region, die das gleiche Interessensgebiet pflegen. Im Jahr 2016 durch Ludwig Pfanger gegründet, der dem Club bis heute als Präsident vorsteht, zählt man derzeit 64 Mitglieder, die über insgesamt 134 Fahrzeuge verfügen. Für die Verpflegung der Besucherinnen und Besucher sorgt unter anderem eine Feldküche.