Kreis Germersheim Erinnerung an Altsheim
Laut Beschluss des Ortsgemeinderats Ottersheim wird die gern genutzte Sitzgruppe erneuert, die sich am Altsheimer Weg an historischer Stelle etwa in der Mitte zwischen Ottersheim und Offenbach befindet.
Zum Gedenken an das Ende des 30-jährigen Krieges (1618-1648) wegen Entvölkerung untergegangenen Dorfes Altsheim, hat die damalige Ottersheimer Naturschutzgruppe „Blaukehlchen“ vor 20 Jahren am Feldweg zur Sitzgruppe eine Informationstafel und einen Findling aus gelbem Sandstein mit der Aufschrift „Ehemalige Siedlung Altsheim“ aufgestellt. Über die Gründung des Dorfes liegen kaum historische Daten vor. Doch hat es nach vorhandenen Unterlagen und alten Flurkarten die kleine Siedlung in diesem Bereich mehrere Jahrhunderte gegeben. Dies bestätigt eine Notiz der „Pfarrbeschreibung von Offenbach“ aus dem Jahre 1866, die nach den Grenzangaben der Grundstücke in dem alten Gerichtsbuch die Lage des nun gänzlich verschwundenen Dorfes Altsheim bestimmt. Weitere Indizienbeweise liefern die Funde von Sandsteinen und Anordnung wie Namensgebung der Gewannen. Nach dem Untergang des Dörfchens hatten dann Adlige sowie die Klöster Eußerthal und Hördt hier Landbesitz, der später der Kurpfalz zufiel. Allmählich zerfielen die Häuser, die Reste wurden als Baumaterial in die umliegenden Dörfer geholt. Neue Grenzsteine aus dem Jahr 1768 tragen die Zeichen C P E B und bedeuten Cur Pfalz Erb Bestand. Seit einigen Jahren führt an der Gedenkstätte der Radwanderweg „Tabaktour“ vorbei. Im Zusammenhang mit Altsheim wird der legendäre Kriegsoberst Bastian Vogelsberger erwähnt, der 1505 im Ort geboren wurde und es zu Ruhm und Reichtum brachte. Zunächst trat er in Straßburg als Lehrer in Erscheinung, stand aber bald danach in Diensten verschiedener Könige, sowohl auf deutscher wie französischer Seite. Schließlich lockten ihn die Intrigen einiger Widersacher in den Hinterhalt. Ohne ihm eine Schuld nachweisen zu können, wurde er zum Tode verurteilt und am 7. Februar 1548 während des „geharnischten Reichstages zu Augsburg“ hingerichtet. In Weißenburg, wo er zeitweise mit seiner Familie wohnte, baute er 1540 im Stil der Renaissance ein stattliches Haus, das bis heute zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. In Ottersheim wurde zur Erinnerung eine Straße nach ihm benannt.