Kreis Germersheim
Engstelle sorgt für Blechschäden
Die erste Phase der Sanierung der Rheinbrücke ist vorbei. Mit einer Begrenzung der Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer versuchten die Behörden, Unfälle zu vermeiden. Für den Fall eines schweren Unfalls wurde eine Ampelanlage aufgestellt, damit die Strecke für Rettungsfahrzeuge frei wird.
Wörth/Karlsruhe. Die Ampelanlage wurde zum Glück nicht gebraucht, zieht Oliver Link von der Polizei Wörth Bilanz. Es geht um das Unfallgeschehen zwischen dem 1. November und dem 30. Juni im Abschnitt Wörther Kreuz/Rheinbrücke. Dort ereigneten sich in diesem Zeitraum 79 Unfälle, davon 41 im Bereich der Baustelle.
Der Abschnitt ist also eh ein Unfallhäufungspunkt, im Wörther Trog kommen beim Spurwechsel häufig Lastwagen und Pkw einander in die Quere. „50 bis 70 Unfälle haben wird dort im Jahr“, sagt Link. Mit knapp 80 Unfällen im halben Jahr habe die Polizei Wörth während der Brückensanierung durchaus gerechnet.
Verletzt wurde bei den Unfällen im Baustellenbereich nur ein Mensch, und zwar leicht. Bei neun Unfällen war kein zweites Fahrzeug beteiligt, die Fahrer kamen von der Fahrbahn ab und kollidierten mit der Schutzwand am Rand. Bei 29 Unfällen streiften sich zwei Autos. Oft ging dabei ein Außenspiegel verloren, weil ein Auto auf der linken Spur breiter war als die dort erlaubten zwei Meter.
Ob die Fahrer beim Einfahren in den Baustellenbereich diese Begrenzung der Fahrzeugbreite auf der linken Spur beachten, kontrollierte die Polizei Wörth zwei Mal für je 20 Minuten. Beim ersten Mal registrierte sie 70 Verstöße, beim zweiten Mal 40.
De Unfälle gingen alle recht glimpflich aus. Das dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass zu den Hauptverkehrszeiten die Autos im Stau mehr stehen als fahren. Dies trifft vor allem auf den nachmittäglichen und abendlichen Verkehr aus Richtung Karlsruhe zu: hier stehen die Autos manchmal bis in die Stadt zurück. Morgens hingegen unterscheidet sich die Stausituation auf der pfälzischen Seite in der Regel nur wenig vom üblichen, so die Einschätzung von Link.
Während die meisten Fahrer die Folgen der Sanierung stoisch ertragen, überquerte Mitte April ein Smart-Fahrer sonntagnachmittags die Rheinbrücke auf dem Fußgängerweg. Weil die Brücke voll gesperrt war, fuhr er den Fuß- und Radweg von der Haltestelle Maximiliansau hinauf zum Fußgänger- und Radweg der Rheinbrücke. Die Polizei warf ihm vor, durch ein riskantes Überholmanöver auf Fußweg eine dreiköpfige Familie derart gefährdet haben, dass der sechsjährige Sohn von seinem Vater festgehalten werden musste, damit dieser nicht von dem Kleinwagen erfasst wurde. Zudem versuchte laut Polizei der allein im Auto sitzende Fahrer, ihn filmende Fußgänger aus dem geöffneten Fenster heraus die Handys aus der Hand zu schlagen.