Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Energieeinsparung beim größter Energieverbraucher

Die Germersheimer Kläranlage.
Die Germersheimer Kläranlage.

4,7 Millionen Euro will der Abwasserbetrieb der Stadtwerke im kommenden Jahr investieren. Ein Großteil des Geldes ist für die Kläranlage, ein weiterer großer Teil für Projekte aus dem Zukunftskonzept.

Die gute Nachricht für die Germersheimer Bürger ist, dass der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung der Stadtwerke Germersheim auch im kommenden Jahr einen Gewinn in Höhe von zirka 538.000 Euro abwirft. So lautet zumindest der Wirtschaftsplan, den der Stadtrat einstimmig gebilligt hat. Dieses Geld wird nach Abschluss der Jahresrechnung in den Wirtschaftsplan des kommenden Jahres übernommen. Eine weitere gute Nachricht ist, dass die Abwasserentgelte unverändert bleiben – also je Kubikmeter Schmutzwasser 1,15 Euro bezahlt werden müssen und pro Quadratmeter der zur Berechnung herangezogenen Grundstücksfläche ein wiederkehrender Beitrag in Höhe von 28 Cent.

Teurer – das ist die schlechte Nachricht für alle Bauherren – werden die Kanalbeiträge für die erstmalige Herstellung: Pro Quadratmeter der Grundstücksfläche steigt die Gebühr von Schmutzwasser von derzeit 3,03 Euro auf 3,47 Euro ab 1. Januar 2022. Niederschlagswasser für die erste Herstellung wird ebenfalls teurer von jetzt 8,71 Euro pro Quadratmeter auf dann 9,70 Euro ab Januar.

Platten- statt Tellerbelüfter

Investieren wollen die Abwasserbetriebe der Germersheimer Stadtwerke im kommenden Jahr auch: rund 4,7 Millionen Euro. Wolfgang Keiper, Werkleiter Abwasser, sagt, dass im vergangene Jahr rund 2200 Tellerbelüfter durch Plattenbelüfter in den Belebungsbecken der Kläranlage ersetzt wurden. Dadurch könne der Stromverbrauch pro Jahr an dieser Stelle um 61.000 kWh gesenkt werden. Investiert wurden im vergangenen und diesem Jahr etwa 800.000 Euro. 2022 werden die Kompressoren und die Mess-, Regel- und Steuerungstechnik, also das Gebläse zur Belebung der Kläranlage erneuert. Das wird rund eine Million Euro kosten. Umgerüstet werden muss zudem die Steuerung der Kläranlage, deren Teile nicht mehr ersetzbar sind, für 500.000 Euro.

Rund zwei Millionen Euro fließen in zwei Projekte der Zukunftskonzepte – namentlich Pumpwerk Halbinsel 1 (500.000 Euro) und Pumpwerk Schlachthof (1,5 Millionen Euro). Wobei Letzteres zeitlich eventuell nicht mehr umgesetzt werden kann, also weitergeschoben wird. Das Pumpwerk auf der Halbinsel 1 im Hafen, auf dem unter anderem die Firma Freyer ihr Betriebsgelände hat, stammt aus dem Jahr 1971 und muss erneuert werden. Während das Schmutzwasser von der Halbinsel in den Sammelbehälter Hafenstraße hochgepumpt wird, wird das Niederschlagswasser in den Altrhein gefördert.

Für 100.000 Euro wird auf die Dächer der Kläranlage eine Photovoltaikanlage gebaut. „Hier sind wir gerade am schauen, welche Dächer in Frage kommen“, sagt Keiper. Der erzeugte Strom soll vom Klärwerk selbst verwendet werden. Da die Kläranlage ein Blockheizkraftwerk besitzt – „mit dem wir Strom und Wärme erzeugen“ (Keiper) – werde damit der Eigenverbrauch erhöht. „Eine Kläranlage ist der größte Energieverbraucher einer Kommune“, sagt Keiper.

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