Kreis Germersheim Einwurf: Die Warnlampe blinkt

Die Schließung der Geburtshilfe in Kandel – das ist bedauerlich, aber keine Katastrophe. Zumal die ambulante Versorgung von Schwangeren weiter möglich ist. Die Entscheidung von Asklepios war die einzig mögliche: Wie soll man ein Angebot aufrecht erhalten, wenn es auf dem Arbeitsmarkt schlicht keine Fachkräfte dafür gibt. Und deshalb hat der Fall eine Dimension, die weit über Kandel hinaus weist: Die Krankenhäuser tun sich zunehmend schwer, nicht nur Hebammen, sondern Pflegekräfte überhaupt zu finden. Trotz aller Bemühungen der Klinken wird der Nachwuchs knapp. Das kann dramatisch werden, weil die Krankenschwestern-Generation aus den geburtenstarken Jahrgängen mittlerweile 25 bis 30 Berufsjahre auf dem Buckel hat. Die Frauen sind oft körperlich am Ende, ausgebrannt und auf dem Absprung. Auf die Krankenhäuser kommt in der Pflege in den nächsten Jahren ein personeller Aderlass zu. Ob und wie sie den kompensieren können – das steht in den Sternen. Sicher ist nur eines: Dafür wird Geld gebraucht.