Kreis Germersheim Eine Straßenlaterne ist keine Tankstelle

WLan-Hotspots und Ladestellen für Elektrofahrzeuge: Darüber hat der Stadtrat Kandel in der vergangenen Woche diskutiert. Grundsätzlich sind alle Ratsmitglieder dafür. Details müssen aber noch geklärt werden. Denn Straßenlaternen eignen sich offensichtlich nicht als Tankstellen für Elektroautos.
Mehr Ladestellen für Elektroautos im Stadtbereich, zum Beispiel an den Straßenlampen. Diesen Antrag hatte die FDP gestellt. „Wir dürfen nicht schon wieder was verschlafen“, mahnte Markus Schowalter (FDP). Ein Schreiben der Pfalzwerke, Teil der Sitzungsvorlage, weist allerdings darauf hin, dass die Straßenlampen denkbar ungeeignet sind: Diese seien dafür nicht ausgelegt, ein Fahrzeug mit einer Batteriekapazität von 40 Kilowattstunden müsste zum Beispiel 13 Stunden an der Laterne geladen werden, an einer Schnellladestation - eine solche wollen die Pfalzwerke einrichten - aber nur eine Stunde. Grundsätzlich zeigten sich die Ratsmitglieder jedoch offen: Ludwig Pfanger (Freie Wähler) erinnerte daran, dass zwei Parkplätze auf dem Verbandsgemeindeverwaltungsgelände für Elektromobile reserviert werden, Es seien ja schon zirka 400 Fahrzeuge im Landkreis unterwegs, wenn davon 20 nach Kandel zu m einkaufen kommen, müsste man schon „was bringen“, sagte Pfanger. Die Stadt sollte bei Bedarf über Car-Sharing und Elektromobilität nachdenken, schlägt Jutta Wegmann (Grüne) vor. „Die Verbreitung der E-Autos könnte schneller gehen, als erwartet, wir dürfen also nicht klein-klein-planen“, mahnte Volker Blatsch (Linke). Der Rat gab der Verwaltung also mit auf den Weg, bei Baugebieten an Ladestationen zu denken. Grundsätzlich sollten sich aber die Energieversorger um diese Stadtionen kümmern, auch um Komplikationen bei der Abrechnung zu vermeiden. Um die Attraktivität der Innenstadt zu erhalten, sei ein schneller Internetzugang „absolut erforderlich“. Das schreibt Schowalter im FDP-Antrag, in dem die Einrichtung von Hotspots gefordert wird. Gleichzeitig plädiert er für die Teilnahme am Programm „1000 WLan – Hotspots in 1000 Kommunen“.„Öffentliches WLan gehört eigentlich dazu“, sagte der geschäftsführende Beamte Jens Forstner in der Ratssitzung. Vor zwei Jahren habe es eine Begehung in der Hauptstraße gegeben, „da war das Internet noch zu schwach.“ Sollte der von der Telekom geplante Ausbau 2018 kommen, dann müssten vom Rathaus aus 50 Mbit möglich sein. Die Hotspots müssten dann auch bekannt gemacht werden, zum Beispiel über Aufkleber, regte Volker Blatsch (Linke) an. Förderung für diese Werbung sei vielleicht über das Programm „Aktive Stadt“ möglich. Im Industriegebiet sollten schon Leerrohre verlegt werden, forderte Ludwig Pfanger (Freie Wähler). Ganz so einfach sei das mit dem freien WLan aber nicht, sagte Jens Krüger (SPD): Könnte sich zum Beispiel alle Anwohner in der Hauptstraße in das freie WLan einloggen, bestünde schließlich die Gefahr, dass alle ihre Verträge kündigen. Das wiederum könnte Ärger mit dem Telefonanbieter bedeuten. Das Thema wurde in den Ausschuss verwiesen.