Kreis Germersheim
Ein Sonderweg für Schüler mit positivem Popel-Test

Morgens im Klassenzimmer: Die Schüler haben ihren Selbsttest hinter sich, warten auf die Ergebnisse. Bei einem Jungen oder Mädchen erscheinen zwei rosa Striche auf dem Teststreifen. Positiv. Was passiert in solch einem Fall? Das Kind wird von der Gruppe getrennt und einzeln betreut, bis die Eltern es abholen. Im besten Fall sollte eine „dem Kind vertraute Lehrkraft“ die Situation erklären, etwa „dass Mama und Papa schon angerufen wurden und gleich da sind“ oder dass das Coronavirus „ein winzig kleiner Angreifer ist“, den ebenso kleine, aber starke Verteidiger im Körper versuchen jetzt abzuwehren. Es sind Vorschläge, die Heiner Butz, Projektleiter der Testen-an-Schulen-Strategie im Kreis, in seinem Konzept Grundschullehrern zur Hand gibt. „Die Schulen reagieren da sehr sensibel“, sagt eine Pressesprecherin des Landkreises. Einige rufen die Kinder nach Auswertung der Ergebnisse einzeln ins Klassenzimmer. Einem positiven Selbsttest an der Schule folgt immer ein sogenannter POC-Test in einem Schnelltestzentrum. Im Kreis Germersheim informieren die Schulen sofort auch das Gesundheitsamt.
„Ist das Ergebnis des POC-Tests negativ, ist an dieser Stelle alles Notwendige getan und die Testung beendet. Die betroffene Person ist negativ getestet“, so die Pressesprecherin. Der Kreis Germersheim schlage allerdings vorübergehend einen Weg ein, der über das Notwendige hinaus geht: In einer Probephase sollen Schüler, die einen POC-Test machen müssen, unabhängig von dessen Ergebnis auch einen PCR-Test machen. Dieser liefert endgültige Gewissheit über eine Infektion. Es sei ein freiwilliges Angebot für Schüler, wenn der POC-Test negativ ist. Bei positivem Befund stehe ohnehin ein PCR-Test an.
„Der Landkreis macht dies, um Sicherheit und Bestätigung zu bekommen, dass professionell abgenommene Schnelltests mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ergebnisse der Selbstschnelltests bestätigen oder verifizieren. Das Ziel ist es, so Sicherheit in der Testung zu bekommen, um die Schulen möglichst offen zu halten und Einträge von außen in die schulische Struktur frühzeitig zu erkennen“, teilt die Verwaltung am Montag mit. Die Ergebnisse dieses „Pilotprojekts“ für Schüler mit positivem Popel-Test sollen nach einigen Wochen ausgewertet werden.
In der neu eingerichteten Teststation des Deutschen Roten Kreuzes in der Aula der Berufsbildenden Schule Germersheim (Eingang Ritter-von-Schmauß-Straße) können beide Tests (POC und PCR) gleichzeitig abgenommen werden. Es gebe dort „keinen Zeitverlust in der Erkennung von Infektionen und damit in der Bekämpfung der Pandemie“.