WÖRTH Dorschbergzentrum verliert weiter an Attraktivität
„Es geht nicht mehr. Ich habe kaum noch Kundschaft. Das Einkaufszentrum ist kein Anziehungspunkt mehr für meine Kunden. Da ist nichts mehr los. Die Leute fahren oder gehen in die großen Discounter oder in große Bioläden. Diese boomen – aber nicht hier im Einkaufszentrum Wörth“, sagt Elke Burck enttäuscht. Nach nur drei Jahren in Wörth wird sie den Laden zum 31. Januar aufgeben. Vorbesitzerin Traudel Jödicke hatte den Bioladen über 20 Jahre – vorher schon in der Altrheinstraße – geführt. Burck hatte sechs Jahre in Herxheim in dieser Branche gearbeitet und wechselte zunächst als Mitarbeiterin nach Wörth, bevor sie den Laden übernahm. Wie es mit dem bald leer stehenden Geschäft weitergehen wird, kann sie nicht beantworten. Sie werde zunächst arbeitslos sein, versichert Burck.
Geschlossen ist seit geraumer Zeit auch das Versicherungsbüro der Continentale von Metin Istanbullu. „Das rentiert sich nicht mehr. Ich arbeite jetzt ausschließlich im Homeoffice. Es gibt eine ganz andere Situation in der Beratung der Kundschaft. Internet, Telefon und Hausbesuche sind gefragt. Ins Büro kommt kaum noch jemand. Meine Vermieterin hat sich mir gegenüber sehr fair verhalten, aber ich habe trotz eines Zuschusses von der Conti immer noch etwa 1000 Euro Kosten für das Büro“, erzählt Istanbullu. Er bemängelt auch den „allgemeinen Zustand des Einkaufszentrums, der für Kunden nicht gerade einladend ist“.
Wörther Köpfe suchen Lösungen
Bei einem Gang durch das Einkaufszentrum fällt auf, dass auch die „Shishalounge“ seit ihre Türen geschlossen hat. Und das schon seit einiger Zeit. Obwohl an diesem Samstagvormittag gutes Wetter herrscht, sind nur wenige Menschen im Dorschbergzentrum unterwegs.
Vor rund einem Jahr haben es sich die „Wörther Köpfe“ zur Aufgabe gemacht, Ideen zu entwickeln, wie Altort und Dorschbergzentrum wieder beleben lassen. Die „Wörther Köpfe“ sind ein Arbeitskreis, in dem Gewerbetreibende, Ärzte, Vereine, Vertreter aus der Politik und interessierte Privatleute vertreten sind. Unter anderem gab es im vergangenen Herbst eine von den „Wörther Köpfen“ initiierte und von der Stadtverwaltung unterstütze Umfrageaktion, an der sich 1808 Bürger beteiligt haben. Dabei gab es viele Anregungen, wie das Dorschbergzentrum attraktiver gestaltet werden kann.