Kreis Germersheim Disco Moves mal barrierefrei

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Nightfever und Disco Moves – am Samstag war die Tanzfläche von Martinas Tanzwelt in Hagenbach für ein ganz besonderes barrierefreies Discoangebot reserviert. Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen konnten mit Unterstützung der Lebenshilfe Wörth sowie von Martinas Tanzwelt organisierten Angebotes rund zwei Stunden ausgelassene Partystimmung genießen.

Dank zahlreicher Helfer verbrachten die 31 Besucher einen entspannten Abend bei alkoholfreien Cocktails und Musik. Einen Großteil der Besucher machten Bewohner von Einrichtungen der Lebenshilfe in Kuhardt, Hatzenbühl, Maxau, Wörth und Westheim aus. Falls es eine Fortsetzung des Tanzabends gibt, wünscht sich Organisatorin Brigitte Wagner-Fischer, dass auch mehr externe Besucher vorbeischauen: „Es ist wichtig, gerade für Bewohner von Einrichtungen, dass sie auch mal aus ihrem normalen Umfeld herauskommen. Und mit was kann man Leute mehr aus der Reserve locken, als mit Tanzen?“, sagt sie und lacht. Das Alter der Discogäste reicht von 24 bis 72 Jahren. Auf so gut wie jedem Gesicht ist ein Lächeln zu finden, wenn die angehende Tanzlehrerin Magdalena Berwanger zu bekannten Schlagermelodien vortanzt. „Alle machen mit“, ruft Wagner-Fischer durch das Mikrofon. Und tatsächlich kommen alle auf die Tanzfläche und folgen den Bewegungen von Berwanger. Bernd Greinert und seine Verlobte Bianka Kätterer, beide Bewohner von Lebenshilfe Einrichtungen, freuen sich über das Angebot. Greinert sorgt bei solchen Gelegenheiten gerne mit einem besonderen Auftritt für Unterhaltung. Heute mimt er Marius Müller-Westernhagen, stilecht mit Mantel und Sonnenbrille. Den Discjockey macht Hubert Seelinger. „Ohne ihn wären wir aufgeschmissen“, sagt Betreuerin Sharmane Gumbrecht. Seelinger kümmert sich ehrenamtlich bei jeder musikalischen Veranstaltung um die Musik. „Entscheidend bei einem solchen Angebot ist die Stimmung. Die Leute sollen Spaß haben. Es ist eine Herausforderung zwei Stunden so zu gestalten, dass eine bleibende positive Erinnerung entsteht“, erklärt Gumbrecht. Die neun Betreuer und Helfer haben sich darum einiges einfallen lassen. Neben dem Musikangebot gibt es auch eine Verlosung. Patrick Klein gewinnt einen Adventskalender. Ihm gefällt die Veranstaltung und er hat gleich eine Idee für die nächste Disco. „Eine Single-Party“, wünscht sich der 30-Jährige. David Rau ist heute Abend als Helfer gekommen. Schwierigkeiten bei der Organisation oder Umsetzung hat er keine gesehen. „Es ist nix schwierig, wenn man keine Berührungsängste hat. Da war die größte Herausforderung noch das Kassieren“, findet er. „Da geht es in einer richtigen Disco komplizierter zu“, meint Rau und grinst. Sharmane Gumbrecht, die seit 15 Jahren bei der Lebenshilfe arbeitet, sagt, dass jede Veranstaltung natürlich etwas Besonderes ist. „Man muss dafür sorgen, dass den Bewohnern nicht langweilig wird, sie zum Tanzen animieren. Das gelingt auch meistens.“ Am schönsten sei es, wenn die Leute am Ende nicht gehen wollen. Auch an diesem Abend werden mehrere Zugaben gespielt. Betreuer Edi Binschedler ist auch bereits seit 20 Jahren bei der Lebenshilfe. „Das große Ziel ist, dass sie sich wohlfühlen“, erklärt er. Inzwischen hat sich eine Polonaise gebildet, die sich über die gesamte Tanzfläche zieht. Ein erfolgreicher Abend also. Ob es eine Wiederholung gibt, ist noch nicht entschieden. |nbs

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