Kreis Germersheim Digitalisierung fordert Sparkasse

Die Geschäfte der Sparkasse laufen noch gut, obwohl sie zumindest in Teilen schon besser liefen.
Die Geschäfte der Sparkasse laufen noch gut, obwohl sie zumindest in Teilen schon besser liefen.

„Wir haben unsere Ziele erreicht und sind optimistisch, dass es gut weitergeht.“ Dieses Fazit zog gestern der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Germersheim-Kandel, Siegmar Müller, bei der Bilanzpressekonferenz in Kandel. Gleichwohl bewege sich die Sparkasse in einem schwierigen Umfeld. „Die Digitalisierung fordert uns.“ Es gelte den Spagat hinzubekommen zwischen den diesbezüglichen Ansprüchen der Kunden und der Präsenz vor Ort. Zwar seiein in der Vergangenheit die Geschäftszeiten einzelner Geschäftsstellen reduziert, aber keine geschlossen worden; das sei auch nicht geplant. Gut angenommen werde aber auch das neue Telefon-Center mit rund 7000 Gesprächen pro Monat, Tendenz steigend. Bei den Kunden vor Ort zu sein, ist laut Müller wichtig. Deshalb engagiere sich die Sparkasse in der Region mit Spenden und Sponsoring, 644.000 Euro im vergangenen Jahr. Die Bilanzsumme sei 2017 leicht gestiegen auf 1,821 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis mit 4,5 Millionen Euro sei konstant gegenüber dem Vorjahr. Gut entwickelt hätten sich auch die einzelnen Geschäftsfelder. Insgesamt zufrieden zeigte sich Müller mit dem Kreditgeschäft: Bei Privatkunden sei die Kreditsumme auf 829 Millionen Euro gestiegen (2016: 810,8 Millionen), bei Geschäftskunden auf 303 Millionen (299,4 Millionen). Eingebrochen sei das Kreditgeschäft mit öffentlichen Haushalten, und zwar von 83,4 Millionen 2016 auf 39,5 Millionen Euro 2017. Müller begründete das mit der geänderten Preispolitik, Kredite nicht mehr um jeden Preis zu vergeben. Allerdings habe sich das teilweise nicht durchsetzen lassen. So habe eine Verbandsgemeinde im Kreis von einem anderen Institut Geld dafür erhalten, dass es bei ihm einen Kredit aufnimmt. Bei den Kundeneinlagen ein ähnliches Bild: Bei Privatkunden und Selbstständigen stiegen die Einlagen von 1,229 Milliarden 2016 auf 1,264 Milliarden. Bei den Unternehmen sanken die Einlagen gegenüber 2016 von 107,4 auf 91,7 Millionen und bei den öffentlichen Haushalten von 97,7 auf 53,9 Millionen. Müller begründete das damit, dass Unternehmen und Kommunen bei der Sparkasse für ihre Einlagen einen Negativzins bezahlen müssen, so wie dies die Sparkasse für ihre Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) auch tun müsse. Angesichts der niedrigen Sparzinsen floriere das Aktiengeschäft. Sehr erfolgreich sei auch das Geschäft mit der Immobilienvermittlung gelaufen, das bei Verkäufen und Umsatz deutlich zugelegt habe. Beim Bausparen seien die Vorjahresergebnisse nicht erreicht worden, weshalb man eine vielversprechende Kooperation mit der Landesbausparkasse (LBS) eingegangen sei. Deutliche Zuwächse verzeichne das Versicherungsgeschäft, das vor gut einem Jahr wieder unters Sparkassendach zurückgeholt wurde (wir berichteten). Zur Entwicklung der Mitarbeiterzahlen sagte Müller, dass es der Sparkasse seit einigen Jahren schwer falle geeignete Auszubildende zu finden. Deshalb seien einige Stellen unbesetzt geblieben. Er kündigte ein neues Programm an, das es Menschen ab 30, Berufsum- und -wiedereinsteigern, ermöglichen soll, eine Ausbildung zum Bankkaufmann zu machen. Zur Jahresmitte sollen laut Müller Online-Überweisungen in Echtzeit an sieben Tagen die Woche möglich sein. Ferner sollen Sparkassen-App-Nutzer mittels kleiner Funksender (Beacons) in den Geschäftsstellen Infos aufs Handy geschickt bekommen.

x