Was Leser ärgert
„Die Telekom denkt, sie sitzt das aus“
Weil das Haus etliche Meter von der Straße entfernt steht, musste für das Glasfaser-Kabel ein Schacht in ihrer Einfahrt gegraben werden, erzählt Richter. „Die Baufirma hat dafür aber nicht nur einen Schacht gegraben, sondern meine gesamte mit weißem Kies belegte Einfahrt aufgegraben“, sagt sie. Der weiße Kies wurde dabei nicht getrennt aufgeschüttet, sondern mit dem Erdaushub vermischt.
Am Ende habe die Firma – ein Subunternehmen – den Schacht wieder zugeschüttet mit dem Erde-Kies-Gemisch. Auf dieses Gemisch wurde Splitt aufgeschüttet. Das Erdreich wurde nicht verdichtet, so dass der Boden schon beim Betreten nachgab. „Die Raupe ist zweimal drüber gefahren, das war’s“, sagt Richter: „An ein Befahren mit meinem Auto, um in die Garage zu kommen war gar nicht zu denken. Es sank ein.“ Nach starken Regelfällen bildeten sich Kuhlen und Löcher. „Mein weißer Kies – weg. Untergegraben“, sagt Richter.
„Noch schlimmer als meiner Einfahrt erging es meinem elektrischen Gartentor. Nach den Bauarbeiten ließ es sich nicht mehr elektrisch bedienen“, fährt Richter fort. Zwei metallene Platten, die zum Tor gehören, wurden ausgegraben, aber nicht mehr an der Stelle angebracht, wo sie hingehören: „Ich fand die beiden Bleche, nachdem die Firma mit der Einfahrt fertig war, in meinem Gartenbeet neben dem Tor!“
Seit dem Ende der Kabelverlegung habe sie mehrfach die Baufirma darauf angesprochen, dass das Tor beschädigt sei und der weiße Kies untergraben wurde, so Richter: „Es passierte nichts.“ Sie rief auch mehrfach bei der Telekom-Servicenummer an, beschrieb den Sachverhalt in einem Online-Kontaktformular und bat darum, dass sich jemand darum kümmert. Nach etlichen Anrufen wurde ihr eine Firma genannt, die von der Telekom mit dem Glasfaserausbau beauftragt war. Richter rief dort an. Ein Mitarbeiter schaute sich die Schäden an und wollte sich um die Reparatur des Tores und den weißen Kies kümmern.
Wegen des Tores kam der Mitarbeiter einer weiteren Fachfirma. Er sagte, der Defekt habe nichts mit den Bauarbeiten zu tun, aber er könnte mir einen neuen Antrieb einbauen, so Richter. Wegen des Kieses kam ein Mitarbeiter eines Subunternehmens und schüttete einen Sack Kies in die Einfahrt. Danach sah es noch schlimmer aus, weil das Ergebnis ein weißer Fleck in der 10 bis 15 Meter langen Kieseinfahrt war, sagt Richter.
Nach Vorstandsbeschwerde fünf Wochen nichts passiert
„Ich beschwerte mich daraufhin schriftlich mit einer Vorstandsbeschwerde direkt bei der Telekom“, so Richter. Darauf rief jemand an, dass sich die Baufirma darum kümmern werde. „Der Ansprechpartner dieses Unternehmens rief mich daraufhin wieder an und sagte, er werde jemanden wegen des Tores beauftragen und sich um den Kies kümmern.“ Darauf sei dann gut fünf Wochen lang nichts passiert.
Erst nach einer Anfrage der RHEINPFALZ kam wieder Bewegung in die Angelegenheit. Nur wenige Tage später trafen sich ein Telekom-Mitarbeiter und ein Mitarbeiter der Baufirma mit Richter vor Ort. Noch im Laufe des Nachmittags wurden die Mängel beseitigt, so die Telekom. „Der seinerzeit für die Verlegung des Glasfaserkabels notwendige zirka 30 Zentimeter breite Graben wurde erneut verdichtet und neuer Kies verteilt.“ Für die Telekom scheint die Sache damit erledigt: Eine Dokumentation belege, dass die Auffahrt sich jetzt in einem Zustand befinde, der dem vor der Glasfaser-Verlegung entspreche.
Telekom: Bauarbeiten nicht die Ursache
Richter sieht das anders: Der weiße Kies sei nicht gleichmäßig verteilt worden, vor dem Tor liege gar keiner. Und die ganze Einfahrt müsse nachverdichtet werden, nicht nur ein schmaler Streifen. „Das ist eine Schlamperei ohnegleichen“, meint Richter. Auch bezüglich der Beschädigung des elektrischen Torantriebs gehen die Meinungen weiter auseinander: Die Fachfirma habe festgestellt, dass der Schaden zum Teil schon im Vorfeld bestand und zum anderen Teil altersbedingt entstanden ist, so die Telekom: „Durch die Baggerarbeiten können keine hydraulischen Leitungen durchgebrochen sein, da diese nicht in der Mitte der Einfahrt und somit nicht im Bereich der Aufgrabung verlaufen.“
Das Fazit von Richter: „Es zeichnet sich ab, dass das noch lange nicht vorbei ist.“