Kreis Germersheim Die Schule gehört zum Dorf
In Büchelberg soll es auch in Zukunft eine Grundschule geben. Dafür haben sich die Mitglieder des Ortsbeirates am Dienstag einstimmig ausgesprochen. Auch Einwohner betonten in der Sitzung die Wichtigkeit dieser Einrichtung für die Zukunftsfähigkeit des Ortes. Die Stadtverwaltung Wörth hat eine Stellungnahme erarbeitet. Nächste Woche gibt es ein Gespräch in Mainz.
„Selten haben wir ein wichtigeres Thema im Ortsbeirat behandelt“, betonte Ortsvorsteher Klaus Rinnert (CDU). Gleich nach Bekanntwerden der Pläne der Landesregierung, kleine Schulstandorte auf den Prüfstand zu stellen, habe er das Gespräch mit Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) und der Stadtverwaltung gesucht, die positiv verliefen. Auch der Schulelternbeirat wurde direkt aktiv und startete eine Unterschriftenaktion. Laut einer Regelung des rheinland-pfälzischen Schulgesetzes muss an einer Schule jede Klassenstufe mindestens eine Klasse umfassen. In Büchelberg gibt es jedoch nur zwei Kombiklassen (wir berichteten). Das ist seit 1970 im Ort üblich – und das Konzept funktioniere, erklärte Stefanie Gerstner (CDU). Um attraktiv zu bleiben, brauche Büchelberg eine Grundschule, so die Sprecherin. „An der Schule wird gute Arbeit geleistet“, betonte auch Rinnert. Als Wohnort mitten in der Natur, jedoch in der Nähe von Gewerbestandorten habe Büchelberg viel Potential bei jungen Familien. Im Schuljahr 2016/2017 besuchten 32 Kinder die Büchelberger Schule, die Stadtverwaltung schätzt, dass im Schuljahr 2019/2020 die Schüleranzahl auf 35 steigen wird. In den Folgejahren könnte die Zahl leicht zurückgehen. Würden die Kinder an Grundschulen nach Schaidt oder Wörth geschickt, so müssten dort neue Klassen aufgemacht werden, zeigte Tobias Simon von der Stadtverwaltung auf. Lehrer würden durch die Schließung demnach nicht eingespart werden. Aus Erfahrungswerten geht die Verwaltung davon aus, dass für den Transport der Schüler mehrere 10.000 Euro im Jahr auf den Landkreis zukommen würden. „Somit ist eine Schließung der Grundschule Büchelberg auch aus diesem Aspekt heraus nicht angezeigt“, so die Stellungnahme der Stadt. Laut Simon ist am Mittwoch, 22. März, ein Gespräch in Mainz vorgesehen. „Wir fahren da mal hin.“ Danach wird es ein Abstimmungsverfahren geben. „Wir werden vorschlagen den Schulstandort zu erhalten“, so der Vertreter der Stadtverwaltung. In einer Stellungnahme betonte Sabine Boß, Rektorin der Schule, die gute Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte. Von Seiten der Stadt wird auch der Hort erwähnt. Diese Einrichtungen dienen gemeinsam der durchgängigen frühkindlichen Betreuung. Das Hortangebot sei finanziell nur aufrecht zu erhalten, wenn Grundschulkinder teilnehmen. Ein Wegfall der örtlichen Grundschule könnte auch das Ende des Hortangebotes in Büchelberg bedeuten. Regelmäßig nimmt Büchelberg am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil, bei dem die Dorferneuerung ein wichtiges Thema ist. „Dorferneuerung und Schulschließung, das passt nicht zusammen“, kommentierte Gerstner. Für die Teilnahme am Wettbewerb 2017/2018 votierte der Rat ebenfalls einstimmig. |mb