Kreis Germersheim Die „Kundenbrille“ in der Vorstandssitzung

„Ich hoffe, dass sich kein Redner allzu sehr verbiegen musste und die Gäste die Darstellung akzeptabel finden“, dankte der sichtlich bewegte Manfred Gehrlein den Laudatoren. Lang anhaltender Beifall der etwa 80 geladenen Gäste im deutsche Straßenmuseum bezeugte letztlich, dass er mit seiner Hoffnung richtig lag. Fast genau 45 Jahre lang arbeitete Gehrlein für die Sparkasse Germersheim, später Sparkasse Germersheim-Kandel. Seit 2002 war er Mitglied des dreiköpfigen Vorstandes, nachdem er in den Jahren zuvor alles Qualifizierungsstufen der Sparkassenorganisation vom Auszubildenden bis zum „Vorstandskurs“ durchlaufe hatte. Gehrlein galt innerhalb der Sparkasse als Chef, der Mitarbeiter ernst nimmt, als Integrationsfigur, die maßgeblich Anteil an der guten Atmosphäre hat, die laut Personalratsvorsitzender Inge Heil in der Sparkasse herrscht. Die Privatkunden waren einer seiner Zuständigkeitsbereiche, dementsprechend habe er in Vorstandssitzungen Entscheidungen immer auch durch die Kundenbrille betrachtet, plauderte Vorstandsvorsitzender Siegmar Müller ein bissschen aus dem Nähkästchen. Müller wie auch Verwaltungsratsvorsitzender Landrat Fritz Brechtel als Festredner attestierten Gehrlein ein hohes Maß an Gestaltungsfähigkeit mit klarer Ausrichtung. Er sei Veränderungen gegenüber, aktuell müsse das Schlagwort Digitalisierung genannt werden, immer aufgeschlossen gewesen, jedoch nicht ohne vorher darauf einen prüfenden Blick zu werfen, um den Nutzen für Kunden und Institut zu erkennen, so Brechtel. „Manfred Gehrlein hinterlässt ein bestelltes Feld“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende und sein Nachfolger Achim Seiler – er kommt von der Volksbank Speyer – finde funktionierende Strukturen vor. Eine große Stärke von Gehrlein sei sein Umgang mit Menschen, „er kannte die Leute alle, mit denen er zu tun hatte“, so Siegmar Müller. Aber weil es auch jenseits der Sparkasse Dinge geben soll, die Spaß machen, helfe man dem langjährigen beliebten Kollegen mit dem festlichen Abschied im Deutschen Straßenmuseum gerne über die Hürde in den neuen Lebensabschnitt, sagte Müller bereits zur Begrüßung. Gehrleins Wunschkonzert zur Veranstaltung bestritt „Wosnitzas Little Jazz Orchestra“.