Kreis Germersheim „Die gute Laune ist ansteckend“
Kandel. Eine lange Kampagne, 25 bis 30 Auftritte, Probenbesuche und fehlender Nachtschlaf – das alles kann die Kandeler Narrenhoheiten Angelika Buchert-Würk und Holger Würk nicht schocken. Denn schon vor Beginn des Prunksitzungsmarathons der Bikage (Bienwald-Karnevals-Gesellschaft) trägt sie die Liebe ihres Narrenvolks auf Gute-Laune-Wolken. Familie, Freunde, Kollegen und Nachbarn, selbst eigentliche Faschingsmuffel haben sich bei ihnen mit dem Karnevalsvirus infiziert, basteln Kostüme und blockieren Termine fürs bunte Treiben. Über Etikette- und Kleiderfragen sowie ihre Regentschaft haben Angelika I. und Holger I. mit RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Marion Raschka gesprochen.
Angelika I.: In Kandel werde ich tatsächlich oft mit „Hallo, Prinzessin“ angesprochen. Und häufig werden wir gemeinsam „Hoheit“ und Prinzenpaar genannt. Wie wird man Prinzenpaar? Angelika I.: Durch mein langjähriges Engagement im Verein konnte ich mir die Prinzessinnenrolle gut vorstellen. Denn die Prinzessinnen, die ich im Laufe der Jahre kennengelernt habe, strahlten und waren super drauf, trotz ihrer Pflichten. Eine Pro- und Kontra-Liste gab dann den Ausschlag: Der einzig negative Punkt war der zeitliche Aufwand, aber der ist ja auf einige Wochen begrenzt. Holger I.: Bei mir war es ein längerer Prozess, ich bin mit den Jahren als Gast Schritt für Schritt ins Faschingstreiben reingerutscht. Und als mir dann immer öfter Bikage-Aktive den Prinzenjob schmackhaft gemacht haben, war die Idee geboren, meiner Frau zu ihrem runden Geburtstag im April damit eine Freude zu machen. Das Prinzenpaar braucht ja auch besondere Kleidung: Gibt es Geschäfte für Prinzessinnen- und Prinzen-Bedarf? Angelika I.: Dazu hab ich mir zunächst Fotos im Internet angeschaut. Für die Prinzessinnenrobe sind wir dann zufällig in einem Geschäft für Hochzeitskleider auf einer Reise nach Wien fündig geworden. Selbstverständlich musste das zartrosa Designerkleid noch mit extra Schmucksteinen zum Funkeln gebracht werden. Passend zum Motto „Wilder Westen“ gibt es außerdem noch eine blaue Alternative. Was den Geldbeutel angeht, kann das Prinzen-Outfit der Prinzessinnenkleidung fast das Wasser reichen. Holger I.: Der Prinz trägt diese Saison passend zur Epoche und natürlich zur Prinzessin einen vornehmen Gehrock mit stilechtem Zubehör. Ein Prinzenpaar erlebt viele Dinge, die nicht alltäglich sind. Was war bisher Ihr eindrücklichstes Erlebnis? Angelika I.: Ganz eindeutig der Prinzessinnenball der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine mit rund 90 Tollitäten und ihrem jeweiligen Hofstaat. Das war wie auf dem Wiener Opernball. Holger I.: Außerdem dürfen wir beide als Abordnung des Vereins zum Empfang bei Angela Merkel nach Berlin fahren, ein große Ehre. Welche Wünsche hat das Prinzenpaar an das Kandeler Narrenvolk? Angelika I. und Holger I.: In erster Linie wollen wir, dass die Menschen gute Laune bekommen, wenn sie mit uns Fastnacht feiern, denn gute Laune ist ansteckend.