Gegenüber Die große Blaulichtfamilie

Tobias und Kathrin Schäfer mit ihren drei Kindern.
Tobias und Kathrin Schäfer mit ihren drei Kindern.

Was die Freiwillige Feuerwehr Kandel als Lebenseinstellung im Alltag mit drei Kindern bedeutet und wie ein junges Paar mit der Verantwortung umgeht.

Im Sandkasten liegt ein großes Feuerwehrauto, die Kinder spielen im Garten, das jüngste von ihnen ist eineinhalb Jahre alt. Das Ehrenamt bei der Feuerwehr begleitet Tobias und Kathrin Schäfer schon lange im Leben. Ein Paar sind sie seit ihrem 14. Lebensjahr, als Tobias schon in der Jugendfeuerwehr Neupotz war.

„Wenn man einmal dabei ist, hat man wenig Gründe, die Feuerwehr zu verlassen“, sagt Tobias Schäfer, es sei eine Entscheidung fürs Leben. Später war er in der aktiven Wehr und leitete die Jugendfeuerwehr, 2005 überzeugte er Frau Kathrin zum Eintritt. Heute leben sie mit drei Kindern in Kandel und sind nach wie vor aktive Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Kandel.

Jugendfeuerwehr erst ab zehn Jahren möglich

Auch ihr ältester Sohn, der siebenjährige Elias, hat Ambitionen für die Jugendfeuerwehr, doch der Beitritt ist erst ab zehn Jahren möglich. Solange muss er noch mit seinem Feuerwehrspielzeug spielen, davon hätten er und seine Geschwister jede Menge, sagt Kathrin Schäfer. Ihre Feuerwehrlaufbahn wurde wegen der Kinder immer wieder „unterbrochen“, wie sie sagt. Doch man werde jedes Mal herzlich wiederaufgenommen. In der Kandeler Feuerwehr sind unter den aktiven Mitarbeitern zwar nur sechs Frauen neben 78 Männer, aber „wir achten aufeinander“, ergänzt Kathrin. „Jeder wird nach seinen Fähigkeiten eingesetzt“, erklärt Tobias Schäfer, das habe nichts mit dem Geschlecht zu tun.

Auch zu Hause organisiert das Paar sich paritätisch. Für die Leitung des Übungsdienstes wechseln sie sich wöchentlich ab, der andere bleibt bei den Kindern. Ob sie sich wegen des gefährlichen Jobs und der Kinder Sorgen machen, verneinen sie. Die Ausbildung und Ausrüstung befänden sich auf einem sehr hohen Sicherheitsstand. „Ein Restrisiko bleibt natürlich immer“, sagt Tobias Schäfer, „aber das habe ich auch, wenn ich mich ins Auto setze.“ Vorgesorgt hätten sie, „aber so Gedanken macht sich jeder mit Kindern, gerade mit kleinen Kinder“, sagt Kathrin.

Erste-Hilfe-Kurs ist Pflicht

Sie ist von Beruf Kinderkrankenschwester, er Teamleiter als Elektrotechnikingenieur. In seinem Team seien übrigens auch fast alle bei der Freiwilligen Feuerwehr, sagt Schäfer. Eigentlich ist die Aufgabe der Feuerwehr nur, die Gefahr zu bändigen. Doch wenn man von Berufswegen her weiter behilflich sein kann, tue man, was man kann. Tobias Schäfer erzählt von einem Einsatz, bei dem er dank seines Hintergrundwissens nicht nur die Gefahr beseitigen, sondern mit einem Blick auf den Sicherheitskasten und die Pläne des Gebäudes auch den Fehler ausfindig machen und beheben konnte.

Bei Reanimationen, für die grundsätzlich der Rettungsdienst kommt, kann medizinisch geschultes Personal mithelfen, da man für die Wiederbelebung viele Menschen braucht, um sich bei der körperlich anstrengenden Herzdruckmassage abzuwechseln. Zwar absolviert jeder bei der Feuerwehr einen Erste-Hilfe-Kurs, „aber man hat eben eine ganz andere Routine darin, wenn man das auch hauptberuflich macht“, erklärt Tobias Schäfer. So arbeite man gerade mit dem Rettungsdienst viel zusammen und sehe sich als große „Blaulichtfamilie“.

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