Schaidt / Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Die Gage fließt der Lebenshilfe zu

So ein Theater. Die Laienspielgruppe des TuS Schaidt bei einer Probe im Jahr 2013.
So ein Theater. Die Laienspielgruppe des TuS Schaidt bei einer Probe im Jahr 2013.

Die Laienspielgruppe des Turn-und Sportvereins Schaidt hat bereits so manche Anschaffung ermöglicht

Von Fritz Hock

Obwohl im folgenden Text die Zahlen „111“ und „22“ vorkommen, hat dies mit der närrischen Zeit nichts zu tun. Es geht aber sicher darum, wie man Menschen eine Freude bereiten kann. Und dazu gehören bekanntlich immer zwei Partner. Dass sich die kurz vor der Corona-Pandemie zu einem Gedankenaustausch trafen, dafür war nach übereinstimmender Meinung allerhöchste Zeit.

Der Turn- und Sportverein Schaidt hat nicht nur viele aktive und passive Mitglieder, sondern auch eine Reihe von Jahren, genau 111, auf dem Buckel. Und wer in diesem Verein mitmachen möchte, der kann sich nicht nur diverse Sportarten aussuchen, sondern auch ganz andere Talente zur Entfaltung bringen. Als Schauspieler nämlich. Seit fast 100 Jahren gibt es eine Laienspielgruppe. Diese führt in jedem Jahr, meist in der Weihnachtszeit, ein Theaterstück auf, das den Akteuren auf den Leib geschrieben scheint und zumeist viel Beifall einspielt. Für dieses „Brot des Künstlers“ sind sie auch sehr dankbar.

Seit 22 Jahren in Hatzenbühl

Aber die Laienspieler des TuS Schaidt spielen nicht nur in Schaidt, Bad Bergzabern oder Dierbach, sondern genau seit 22 Jahren, auch in Hatzenbühl. Dort gibt es ein Bürgerhaus, das die Gemeinde immer gerne zur Verfügung stellt, treten die Laienschauspieler aus Schaidt doch ganz ohne Gage auf. Der Reinerlös der Aufführungen, es handelt sich um ansehnliche Summen im vierstelligen Bereich, fließt der Kreisvereinigung Germersheim der Lebenshilfe zu. „Für unsere Schauspieler ist das eine Selbstverständlichkeit, die noch nie hinterfragt wurde“, sagt dazu TuS-Vorsitzender Gernot Sambach.

Sein Stellvertreter Norbert Huck, selbst oft als Darsteller dabei, bestätigt, dass alle Beteiligten mit großer Freude an die Aufführung in Hatzenbühl denken. Als ganz besonderes „Highlight“ werde der Theaterabend auch von den Menschen empfunden, die von der Lebenshilfe betreut werden. Das bestätigten auch die Vertreter der „Lebenshilfe“ Germersheim, die die Vorstandsmitglieder des Schaidter Sportvereins zu einem Erfahrungsaustausch ins „Tom-Mutters-Haus“ nach Kandel eingeladen hatten. Lebenshilfe-Kreisvorsitzender Uwe Schwind und der pädagogische Gesamtleiter Lars Reinert berichteten von einer „runden Sache“ für alle Beteiligten. Die Bewohner und Mitarbeiter der Lebenshilfe freuten sich schon, wenn Boris Roth und sein Team vom Bühnenbau in Hatzenbühl vorfahren, sie kümmern sich um die Bewirtung der Gäste.

„Die Stimmung im Bürgerhaus ist riesig“

In aller Regel kommen so zwischen 250 und 300 Besucher ins Bürgerhaus Hatzenbühl, sagt Uwe Schwind, der sich an viele Dauergäste erinnert, die mitunter schon im Sommer anrufen und wissen wollen, wann der Kartenvorverkauf beginnt. „Die Stimmung im Bürgerhaus ist riesig“, bestätigt auch Katrin Latour von der Lebenshilfe. Nur durch eine so großherzige Unterstützung könne man Dinge anschaffen, für die ansonsten im Budget keine Mittel bereitstünden. Gekauft habe man beispielsweise eine „therapeutische Rüttelplatte“ oder ein „Laufband!“ für das Tom-Mutters-Haus.

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