Kandel
Die Braut soll sich nicht verkleiden
Ein Brautkleid sollte passen. Nicht nur in der Größe. Auch im Stil, so dass sich die Braut wohl und nicht „verkleidet“ fühlt. Das ist das Credo von Silke Giesecke, die das Geschäft „Die Braut, die sich traut“ übernommen hat.
Zarter Satin, echte Seide oder Polyester, weicher Taft oder romantische Muster mit Spitzen… Und wenn die Braut es gern etwas opulenter mag, kommt sie an Tüll nicht vorbei, weil der schön extra Volumen gibt, wenn er sich ein bisschen aufplustert. Allein die Wahl des richtigen Stoffs stellt Frauen auf der Suche nach ihrem passenden Brautkleid vor eine nicht ganz leichte Entscheidung.
Ganz wichtig: Weiß ist nicht gleich weiß
Und interessanterweise ist auch die Farbwahl nicht ganz ohne, denn weiß ist nicht gleich weiß und reicht von strahlendem Astral- über Creme- bis Champagnerweiß. Was Schnitte anbelangt und das Design: Da gibt es so viele Möglichkeiten, dass frau wirklich die Qual der Wahl hat. Vor allem: Für die allermeisten ist es das erste und wohl auch einzige Mal im Leben, genau diese Entscheidung zu treffen. Da hängen viele Emotionen dran.
Die meisten Kundinnen würden sehr offen an ihre Brautkleidwahl herangehen, meint Silke Giesecke. Seit mehreren Wochen hat sie die Beratungen in dem Geschäft in der Kandeler Hauptstraße „Die Braut – die sich traut“ begleitet. „Wer sich auf Neues einlassen kann, hat meiner Erfahrung nach die besten Chancen, das passende Kleid für sich zu finden“, sagt Silke Giesecke. Die gelernte Kauffrau hat das 2007 gegründete Geschäft Anfang Februar übernommen. Die Vorgänger geben es aus familiären Gründen ab.
Zwischen Brautmode-Discounter und Nobel-Boutique
Am Valentinstag startet Silke Giesecke nun voll durch, nachdem sie sich selbst auch auf wirklich Neues eingelassen hat. Sie hat in einem großen Möbelhaus gearbeitet und dort von der Pike auf gelernt, Kundenwünsche aufzunehmen, zu verstehen und zu bedienen. Zudem war sie viele Jahre aktive Ernährungsberaterin bei den Weight Watchers. Und seit Kindesalter geht sie gern mit Stoffen, Nadel und Faden um und ist bis heute passionierte Hobby-Schneiderin. Als sie hörte, dass die Inhaber das Geschäft abgeben möchten, „traute“ sie sich, jetzt ihren eigenen Weg als Selbstständige mit eigenem Laden zu gehen. Ihr Geschäft, das den gewohnten Namen der Vorgänger beibehält, steht irgendwo in der Mitte zwischen Hochzeitsmoden-Discounter und Nobel-Boutique. Das Wichtigste ist ihr die Beratung, persönlich und authentisch.
Im Fernsehsender Vox läuft seit Jahren die Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“, in der so ziemlich alle Gefühlslagen vor die Kamera gebracht werden, die das weiße Kleid zum großen Glück mit sich bringen kann. Wer zur „Braut – die sich traut“ kommt, merkt rasch, dass das TV-Format sehr übertreibt. Bei Silke Giesecke geht es realitätsnäher und cooler zu. „Es darf kein Druck aufgebaut werden“, sagt sie.
Kleid muss der Braut gefallen
Gut sei es, wenn die Frauen eine Begleitung mitbrächten. Häufig sind das die Mütter oder Omas. Die allerdings müssten sich vor Ort auch zurückhalten können. „Das Kleid muss vor allem der Braut und nicht hauptsächlich Mutter und Großmutter gefallen“, sagt Silke Giesecke. Gerade bei der Frage, wie viel Haut die Braut zeigen mag, gehen die Meinungen zwischen den Generationen oft auseinander. Wie „außergewöhnlich“ das Kleid sein darf, hängt wiederum stark von Geschmack und Charakter ab.
„Die Braut darf sich nicht verkleidet fühlen“, lautet hier Silke Gieseckes grundsätzlicher Tipp. Die Frage nach dem Preis sollte übrigens auch ganz realistisch angegangen werden. Die Kleider reichen ab 350 Euro im unteren Preissegment bis zu oberen Klassen mit 2500 Euro oder noch mehr, je nach Ausarbeitung und Aufwand zum Beispiel bei perlen- oder paillettenbestickten Stoffen. Auch hier sind gute Entscheidungen gefordert, nicht zu überschwänglich, aber auch nicht zu sparsam in die Ehe zu starten.