WÖRTH
Die Aussicht auf virenfreie Raumluft sorgt für neue Kunden
Angefangen hatte alles mit einer Fernsehsendung. Das war im März während des Lockdowns, den Torsten Werling für sein Unternehmen in schlimmer Erinnerung hat. Seine vier Mitarbeiter musste er in Kurzarbeit schicken, weil vorerst alle Aufträge auf Eis gelegt waren. Werlings Firma hat seit der Gründung 1992 im Umkreis von 150 Kilometern in der Region an die 2000 Großküchen installiert, mitsamt den Gerätschaften wie Spüle, Ofen, Kochstelle und was ebenso sonst noch dazu gehört – zum Beispiel Dunstabzugshauben . An diese Geräte, die ihm seit Firmengründung 1992 bestens vertraut sind, musste er an jenem Abend, als er im Fernsehen den Virologen sprechen hörte, besonders denken.
Innenräume sollen virenfrei sein
Der Experte erklärte vor der Kamera, wie wichtig das Lüften sei, um Innenräume möglichst virenfrei zu halten. Allerdings könne man leider nicht immer ein Fenster öffnen, weshalb der Virologe im Fernsehen Umluftgeräte empfahl, die mittels moderner Filtertechnologie die Molekülstrukturen von Viren, Bakterien und Pollen aufbrechen können. „Da hat’s bei mir geklingelt“, erinnert sich Torsten Werling. Anlagen zur Umluftreinigung, die keimfreie Raumluft bescheren, hatte Weco Großküchentechnik früher auch schon oft verbaut. „Plötzlich hatte das, was wir schon immer gemacht haben, durch Corona eine ganz neue Bedeutung“, erzählt Werling. Es müsste doch möglich sein, nicht nur große Anlagen für Kantinen, Vereinsküchen und Mensas einzurichten, sondern auch kleinere Lösungen für Arztpraxen, Geschäfte oder Büros zu schaffen.
Der gelernte Elektroanlagentechniker kontaktierte sogleich seinen Zulieferpartner oxytec aus Hamburg. Werling staunte nicht schlecht, dass sein jahrelanger Geschäftsgefährte schon lange bevor der Coronavirus auftauchte eine ganze Bandbreite an Umluftgeräten für keimfreie und saubere Luft im Portfolio hatte.
Schmucke Luftreiniger fürs Wohnzimmer
Es gibt kompakte Raumluftreiniger, die an der Zimmerdecke angebracht werden und optisch an eine schmucke Hängelampe erinnern. Es gibt fahrbare Apparate auf Rollen, die sich ohne viel Aufwand verschieben lassen. Und natürlich gibt es die Geräte in klassischen Kästen, die an Wand oder Decke montiert werden. Nicht ohne Begeisterung präsentiert Werling den Katalog, in dem sämtliche Umluft- und Abluftgeräte gelistet sind und unter anderem die chemischen Grundlagen der so genannten Plasmafiltertechnologie erklärt werden. Werling selbst ist in diesem Know-how noch nicht so ganz sattelfest. „Ich mach demnächst eine Schulung, in der ich das tiefergehend lernen kann“, sagt er.
Vereinfacht gesagt funktioniert es so: Die angesaugten Geruchsmoleküle, Sporen, Viren, Bakterien oder Keime werden mit Sauerstoff angereichert, mittels elektrischer Spannung zersetzt und schließlich per Aktivkohle in einem nachgeschalteten Filter gebunden. Viele Gutachten belegen die Effizienz von Umluftanlagen, insbesondere im Zusammenhang mit den Vorgaben der TA Luft, der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft laut Bundesimmissionsschutzgesetz. Zwar werden so manche Hochleistungsgeräte in Krankenhäusern eingesetzt, um etwa Operationssäle rein zu halten. Doch eine absolute Sicherheit vor Erregern wie dem Coronavirus kann auch eine Umluftanlage nicht bieten. Dennoch gilt, dass sie in Hinblick auf Hygiene nur gut sein können.
Neue Kunden für den Küchenbauer
Ab Ostern ging es bei Werling dann, noch in Zeiten des Lockdown, steil nach oben mit Aufträgen und Arbeit. Einerseits nutzten viele Betriebe die Corona-Wochen für Investitionen. Andrerseits erreichten Werling immer mehr Anfragen in punkto Umluft. Wie lässt sich Zimmerluft reinigen, wenn kein Fenster zum Lüften zur Verfügung steht oder nur bedingt geöffnet werden kann? „Vor allem jetzt in den kalten Wintermonaten wird das Thema noch wichtiger werden“, sagt Werling voraus, für den durch Corona ein regelrecht frischer Wind weht.
Zu seinen Kunden gehören jetzt keineswegs nur noch Großküchenbetreiber. Derzeit konzipiert er beispielsweise eine Lösung für den 225 Quadratmeter großen Saal einer Tanzschule. Etwa zwei bis drei Dutzend Geräte hat Werling 2020 bereits verkauft und eingerichet. Werling hofft, dass es sich herumspricht, dass er nicht mehr nur Großküchen ausstattet. Es gibt viel zu tun für ihn. Zum Fernsehen hat er schon heute keine Zeit mehr.