Kreis Germersheim Der Dienstwagen „stand oft nur rum“

Das Fahrrad, Baujahr 1958, hat keinen Kilometerzähler. Bürgermeister Dennis Nitsche schätzt, dass er in der Woche rund 30 Kilome
Das Fahrrad, Baujahr 1958, hat keinen Kilometerzähler. Bürgermeister Dennis Nitsche schätzt, dass er in der Woche rund 30 Kilometer für Dienstwege damit zurücklegt.

«Wörth.» Ich traf mich neulich mit Bürgermeister Dennis Nitsche im Wörther Rathaus, um mit ihm über seinen Umstieg vom Dienstwagen auf das Fahrrad zu reden. Ich wollte wissen, wie umweltbewusst die Stadt Wörth ist.

Als ich erfuhr, dass Herr Nitsche seinen persönlichen Dienstwagen gegen ein Fahrrad eingetauscht hat, habe ich mir vorgenommen, ihn zu treffen. Ich überlegte mir ein paar Fragen, die ich ihm stellen wollte. Eine lautete: „Warum haben Sie ihren Dienstwagen abgeschafft?“ Der Bürgermeister antwortete: „Weil ich unseren Bürgern ein Vorbild sein möchte, für umweltfreundliche Mobilität und weil der Dienstwagen oft nur rumstand.“ Der Bürgermeister von Wörth fährt zu seinen Terminen innerhalb der Stadt meistens mit dem Fahrrad, aber es gibt auch Fahrzeuge von der Stadt, darunter ein E-Smart, die er dienstlich nutzen kann. Es kann schon mal passieren, dass man dem Bürgermeister mit einem Blumenstrauß auf dem Fahrrad begegnet, wenn er dienstlich zu einem runden Geburtstag unterwegs ist. Mit dem Fahrrad fährt er circa 30 Kilometer pro Woche, erzählt Herr Nitsche. So genau kann er es nicht sagen, da sein Fahrrad von 1958 keinen Kilometerzähler hat. Von seinem Haus aus fahre er etwa zwei Kilometer und benötige circa fünf Minuten bis zum Rathaus. Vorteile des Umstiegs seien, dass der Bürgermeister sich bewegt und auch mehr sieht. Zum Beispiel Müll oder kaputte Schilder sind auf dem Weg mit dem Fahrrad besser zu sehen. Dies meldet er dann direkt seinen Mitarbeitern. Der Verzicht auf den Dienstwagen sei auch günstiger für die Stadtkasse. Die Fahrräder können direkt vor dem Rathaus abgestellt werden, ohne lästige Parkplatzsuche. Nachteile gibt es noch keine, sagte Herr Nitsche. Auf meine Frage, ob es genug Ladestätten für E-Bikes und E-Autos gibt, antwortete er mir: „ Ja, für den aktuellen Bedarf ist es ausreichend.“ Eine andere Frage lautete: „Gibt es genug Radwege für die Bürger und Pendler?“ Darauf antwortete er: „Es gibt viele Radwege im Stadtgebiet, aber nicht alle sind ideal.“ Die Mitarbeiter des Bürgermeisters tun seiner Meinung nach ebenfalls viel für die Umwelt, nämlich Gebäude sanieren, um Energie zu sparen. In Wörth gibt es sogar einen Kindergarten, der keine Heizung hat, weil er so gut gedämmt ist. Zurzeit werde überlegt, auf die Tullaschule in Maximiliansau eine große Solaranlage zu bauen, die der Stadt gehören soll. In Wörth gibt es zwei Nahwärmenetze, in der Kastanienstraße und am Badepark. Diese werden mit Holz betrieben und sind sehr ökologisch. Auf die Frage, was Wörth für die Umwelt macht, antwortete der Bürgermeister: „Sehr viel, ein kleines Beispiel ist der Schutz von Insekten. Deshalb werden einige große Grünflächen umweltfreundlicher bearbeitet, indem das Gras nur einmal pro Jahr gemäht wird. So können die Insekten und andere Lebewesen eine Heimat finden.“ Auf dem Flachdach vom Rathaus stehen Bienenstöcke. Der Honig dieser Bienen wird an ältere Bürger zu runden Geburtstagen, beispielsweise zum 80., verschenkt. Auch ich werde zukünftig darauf achten, etwas für die Umwelt zu tun.

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