Raus an die Luft RHEINPFALZ Plus Artikel Der Bienenlehrpfad in Büchelberg

Auf dem Weg begegnet der Spaziergänger mehreren Schautafeln mit Informationen zu Bienen und Imkerei.
Auf dem Weg begegnet der Spaziergänger mehreren Schautafeln mit Informationen zu Bienen und Imkerei.

Wie Bienen den Winter überleben und welchen Gefahren sie ausgesetzt sind, erfahren Besucher eines Lehrpfads in Büchelberg. Den Weg zu den Stationen weist der Honigbär.

Na, das ist ja wunderbar beschrieben, denkt man sich beim Blick auf die Wegbeschreibung auf der Webseite der Gemeinde. Zur Sicherheit lädt man sich die Datei auf das Mobiltelefon und macht sich bestens vorbereitet auf den Weg. Angeraten wird, den Parkplatz an der Mehrzweckhalle anzufahren. Das angebliche Hinweisschild auf den Lehrpfad findet man auf Anhieb zwar nicht, sodass der gesunde Menschenverstand sich am Kirchturm orientiert. Denn dort in der Ortsmitte soll es offiziell losgehen und wiederum eine Info-Tafel bereitstehen.

Am Kirchturm wissen Ortskundige nichts vom offensichtlichen Geheimtipp „Bienenlehrpfad“ und schicken den Unwissenden schließlich in Richtung Grillhütte. Ein goldener Hinweis. Denn zwischen Schule und Bäckerei in die Turmstraße einbiegend kommt man an einem Hinweisschild auf den Entdeckungspfad vorbei. Alles Weitere ist nun kinderleicht. Man folgt dem kleinen Schild mit einem stilisierten Bären, vorbei an Wasserturm und Grillhütte, um schließlich den Wald zu erreichen. An mehreren Stationen passiert man Infotafeln des Bienenzuchtvereins (BZV) Kandel mitsamt einem Bienenlehrstand. Sie sind auf Deutsch und Französisch gehalten.

Die Schuhe bleiben sauber

Der Weg hat vom Ortskern kommend insgesamt zwei mäßige Steigungen und über rund 4,3 Kilometer weitestgehend einen festen Untergrund, der größere Sauereien an Schuhen und Hosen vermeiden hilft. Abseits des Lehrpfades lohnt auch das Blicken und Hören in den jahreszeitlichen Laubwald. Wer die Strecke nicht durchrennt, kann ein bis zwei Stunden einiges entdecken.

So nehmen die Schautafeln nahezu alle Aspekte rund um die Bienen auf. Sei es die Anzahl der Arten, Körperbau, das Zusammenleben oder die Bauten. Und natürlich geht es auch um das wertvolle Nahrungsmittel Honig sowie die Geschichte und Weiterentwicklung der Imkerei. So dürfte heutzutage kaum jemand wissen, dass so genannte Zeidler als Waldimker jahrhundertelang den Honig wilder Bienenvölker eingesammelt haben. Dass an der entsprechenden Themenstation eine Holzfigur den Beruf lebendig macht, ist eine schöne Idee.

Am Ende hat der Besucher des Bienenlehrpfades reichlich frische Luft, angenehme Bewegung und nützliche Informationen mitgenommen. Und wer noch nicht genug hat, kann sich dem Büchelberger „Entdeckungspfad Streuobstwiesen“ widmen. Der Rat, zum Parken den Ortsrand anzusteuern, ist übrigens vernünftig. Schließlich hatte vor vielen Hundert Jahren niemand daran denken können, dass man im Ortskern dereinst für Erholungssuchende in rollenden Blechkisten ausreichend Parkraum bereithalten müsse. Es sind von hier nur wenige Gehminuten zum Start der Tour an der Kirche.

Checkliste

  • Strecke: Der Rundkurs ist gut 4 Kilometer lang, beschildert und familientauglich; fünf Stationen mit Erläuterungstafeln; Startpunkt: Kirche; ganzjährig begehbar

Die Serie

Fällt Ihnen die Decke im Lockdown auf den Kopf? Brauchen Ihre Kinder frische Luft und Bewegung nach stundenlangem Fernunterricht? Dann nichts wie raus! Es gibt im Kreis Germersheim viele Orte für schöne Spaziergänge und Mini-Wanderungen. Wir stellen kurze Touren vor, die sich besonders für Menschen, die nicht weit laufen können oder für Familien mit Kindern eignen – und auf denen es für die Knirpse was zu sehen oder zu erleben gibt.
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