Kreis Germersheim Den Platz für Neupotzer Supermarkt frei gemacht

91-96959836.jpg

Der im letzten Jahr rechtskräftig gewordene Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde soll zum ersten Mal geändert werden, beschloss der Verbandsgemeinderat am Montag. Anstoß ist ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderates Neupotz vom 5. April. Ziel ist es, im Bereich der Abfahrt von der B 9, unmittelbar neben dem Baugebiet Hardtwald, ein Sondergebiet zum Ansiedeln eines Einzelhandelsmarktes in Form eines Vollsortimenters zu schaffen.

Die Fläche von 7600 Quadratmetern ist bisher landwirtschaftlich genutzt und entsprechend im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde ausgewiesen. Damit die Gemeinde künftig besser versorgt wird, stimmten die Ratsmitglieder auf Verbandsgemeindeebene einer neuen Nutzung für die Fläche in der Gewanne „Altfeld über den Weg“ und dem Verfahren zum Umschreiben des überörtlichen Planwerks zu. Interessiert verfolgten die Ratsmitglieder die Vorträge von Thomas Lederer, Leiter der Polizeiinspektion Wörth, und von Dennis Sturm, Polizeibeamter in Wörth. Die beiden waren in die Sitzung gekommen, um die Verkehrs- und Kriminalstatistik 2016 zum Bereich der Verbandsgemeinde Jockgrim vorzustellen. „Die Zahl der Kriminaldelikte ist im letzten Jahr auf dem niedrigsten Stand seit Jahren gefallen“, stieg Sturm in das Thema ein. Die Verbandsgemeinde weise in Bezug auf die Häufigkeitszahl, das ist die auf 100.000 Einwohner hoch gerechnete Verbrechensrate, den niedrigsten Wert im Bereich der Polizeiinspektion Wörth auf. Dieser Bereich umfasst die Verbandsgemeinden Jockgrim, Rheinzabern, Kandel und die Stadt Wörth, also den südlichen Landkreis Germersheim. Aufgeklärt wurden in der Verbandsgemeinde Jockgrim über 61 Prozent der Verbrechen. Erfreulich war weiter, dass es kein Tötungsdelikt und keine schweren Körperverletzungen in den vier Ortsgemeinden gab, die Zahl der Wohnungseinbrüche ging auf 28 zurück, davon endeten 16 Stück im Versuchsstadium. Die Zahlen im Bereich der Verkehrsunfallstatistik seien nur leicht zurückgegangen, was die beiden Polizeibeamten hauptsächlich mit der generellen Zunahme des Verkehrs begründeten. Es gab im letzten Jahr drei tödlich Verletzte sowie 238 Leicht- und 58 Schwerverletzte. Von 434 Unfallfluchten konnten 177 aufgeklärt werden. Im Bereich der Verbandsgemeinde gibt es zwei Unfallschwerpunkte, die außerhalb der geschlossenen Ortschaften liegen. Dies sind die abknickende Vorfahrt an der Wilhelmsruhe und die Kreuzung zwischen Hatzenbühl und Rheinzabern im Bereich der Ortsumgehung. Die beiden Polizisten warben dafür, die Programme zur Kriminalprävention wahrzunehmen. Ein Termin, bei dem Hauseigentümer durch Polizeibeamte vor Ort zum Thema Einbruchschutz beraten würden, sei kostenfrei, so Lederer. Zum Thema „Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen“ referierte Martina Bouché, Abteilungsleiterin des Bürgerservices und damit Chefin des Ordnungsamts. Auch wenn es in der Verbandsgemeinde Jockgrim keine klassischen Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Besuchern gebe, würden regelmäßig Straßenfeste wie das Hinterstädtelfest oder die Heimattage in Rheinzabern stattfinden. Für die Sicherheit bei diesen Ereignissen und wirksame Konzepte sei der Veranstalter selbst verantwortlich. Die Verwaltung und die Polizei würden aber in Vorgesprächen die Veranstalter unterstützen und beim Erstellen eines Sicherheitskonzeptes beraten. Am Beispiel der Heimattage in Rheinzabern nannte Bouché Inhalte des dafür erstellten Konzeptes. Dazu gehöre das Ausweisen von Sammelpunkten, Massenbehandlungsplätzen, das Beschildern von Fluchtwegen, das Benennen von Evakuierungs-Beauftragten für jeden bewirtschafteten Hof und Evakuierungspläne, das Einteilen der Festmeile in Sektoren und klare Regeln darüber, wer für was zuständig ist. Nach jedem Fest seien auch Nachgespräche vorgesehen, um die Konzepte bei Bedarf verbessern zu können.

x