Kreis Germersheim De Jos feiert
Geredd wie gebabbelt: De Jos feiert morsche soin Achtzigschde. Übersetzt: Hermann Josef Settelmeyer feiert morgen seinen 80. Geburtstag. Mundart und Musik sind die großen Leidenschaften des ehemaligen Lehrers, der aus Weingarten stammt, der Liebe wegen 1972 nach Lingenfeld zog und morgen mit Ehefrau Ilse, den drei Kindern mit Ehepartnern sowie den acht Enkeln seinen Ehrentag feiert.
„Es war klar, dass ich Lehrer werden will. Mein Vater war auch Lehrer“, sagt der Jubilar. Er studierte in Landau, trat 1960 die erste Stelle in Roxheim an und unterrichtete an der Volksschule Harthausen. Berufsbegleitend hatte er in Mainz Musik für Realschule studiert, weshalb er 1968 an die Edith-Stein-Schule Speyer wechselte. 1991 wurde er Konrektor in Edenkoben, 1995 Rektor an der Realschule Bellheim, die er mit 80 Kindern, zwei Klassen sowie sechs Lehrern übernahm und 2002 mit 450 Kindern, 21 Klassen und 35 Lehrern abgab. Settelmeyer, der die Junge Union in Weingarten gründete und von 1989 bis 1995 für die CDU im Verbandsgemeinderat saß, spielt sieben Instrumente. Die Tanzkapelle Trixi in Weingarten gründete und leitete er schon mit 16 Jahren. Zudem musizierte er in der Swing Band und der „Fronleichnams-Kapelle“, aus der später der Musikverein Weingarten hervorging. 1962 übernahm der Organist und Musikdirektor, der gern Auto fährt und spazieren geht, von Vater Ludwig die Leitung des Kirchenchors Weingarten. Parallel dazu genoss er eine dreijährige Ausbildung am Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut Speyer. Chorleiter-Stationen waren der MGV Heiligenstein, der Liederkranz und der Goodyear-Chor Philippsburg, der katholische Kirchenchor Lingenfeld, der MGV Böbingen, der MGV Essingen und der MGV Lingenfeld, dessen Männerchor er heute noch leitet und diesem Liedsätze „auf den Leib schneidert“. Schon als Kind schrieb Settelmeyer kleine Gedichte. Vortragen in der Öffentlichkeit? Kam für ihn aber nicht infrage. Zunächst. Seit 1987 nimmt er an Wettbewerben teil und räumte 50 Preise, darunter fünf erste Plätze, ab. Zweimal wurde er für die beste Neuerscheinung des Jahres ausgezeichnet, zweimal erhielt er den Dautermann-Preis. Zehn Bücher hat der Träger der Landesehrennadel geschrieben, das nächste Werk ist in Arbeit. Als Vorlagen dienen eigene Erlebnisse und die von Freunden. Oder die Erzählungen seines Vaters. Zwei bis drei Stunden sitzt der Autor täglich am PC. Seit 1964 schreibt „ym“ für die RHEINPFALZ. Seit 2002 hat er im „Marktplatz“ eine Kolumne. Der Titel? Geredd wie gebabbelt!