Kreis Germersheim Das Parlament kennen lernen

Die Wanderausstellung erklärt wie das rheinland-pfälzische Landesparlament funktioniert. Wer dort sitzt, kann mitbestimmen, was
Die Wanderausstellung erklärt wie das rheinland-pfälzische Landesparlament funktioniert. Wer dort sitzt, kann mitbestimmen, was wie gemacht werden soll. So mancher Kandeler Gesamtschüler wünscht sich mehr Einflussmöglichkeiten für Jugendliche und damit »mehr frischen Wind«.

Gestern wurde in der Gesamtschule in Kandel eine Ausstellung zum Thema „Landtag Rheinland Pfalz“ eröffnet. Ziel der Ausstellung ist es, Schülern die Arbeit und Funktionsweise des Parlaments näher zu bringen. Nach den Eingangsreden der Politiker kamen die Schülerinnen und Schüler mit den Politikern ins Gespräch. Hier ging es nicht nur um die Arbeit des Landtags, sondern auch im allgemeinen über politische Themen, die die Schüler beschäftigten.

So sagte Katharina Rüster aus Wörth, sie habe das Gefühl, nichts ändern zu können. Jugendliche werden nach Ansicht der Schülerin nicht genug mit einbezogen und wüssten nicht, wie sie sich bei einer Entscheidungsfindung einbringen können. Oft habe sie den Eindruck, dass es nicht vorangeht. Es wäre sinnvoll, wenn Jugendliche mitmachen könnten, mit Ideen, die frischen Wind bringen. Außerdem fände sie es gut, wenn Informationen zu politischen Veranstaltungen vermehrt in den sozialen Netzwerken zu finden wären: „Welcher Mensch meiner Altersgruppe liest denn heute schließlich noch die Zeitung?“ Die Idee der Ausstellung fand sie gut. Nur die Umsetzung hätte man ihrer Meinung nach noch etwas verbessern können. Besonders gut hätten ihr jedoch die Lehrvideos gefallen, die auf den Fernsehern zu sehen waren und über den Landtag informierten. Das sei gerade für jüngere Schüler ansprechend gewesen. Martin Drodofsky, ebenfalls ein Schüler der Gesamtschule Kandel, äußerte sich durchweg positiv zur Veranstaltung. Diese sei eine gute Möglichkeit, um sich über den Landtag zu informieren und offene Fragen gleich mit den Abgeordneten besprechen zu können. Jonathan Schaffner aus Maximiliansau wollte vom Landtagsabgeordneten Martin Brandl (CDU) wissen, warum sich die Sommerinterviews im Fernsehen hauptsächlich auf das Thema „Flüchtlinge“ bezogen hätten. Aus Meinungsumfragen sei doch hervorgegangen, dass sich die Bevölkerung auch stark für Themen wie Pflege und Bildung interessiere. Brandl antwortete, dass das maßgeblich von den Fragen der Journalisten abhängt. Wie wichtig eine Beteiligung der jungen Menschen sei, erläuterte Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) am Beispiel des Brexit, des geplanten Ausstiegs Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). Die Wahlbeteiligung der älteren Menschen sei wesentlich höher gewesen als die der jungen. Die älteren Wähler hätten eher gegen den Verbleib in der EU gestimmt und die jüngeren eher für einen Verbleib in der EU. Wäre die Wahlbeteiligung unter den jungen Menschen höher gewesen, hätte das Ergebnis ein anderes sein können, sagte Hering.

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