Kreis Germersheim
Coronavirus: Lastwagenwerk Wörth steht still, Ersatzteillager bleibt halb besetzt
Noch am Dienstag war die Unruhe unter den Mitarbeitern der Produktion im Lastwagenwerk groß gewesen: Anders als ihre Kollegen in anderen Abteilungen konnten sie sich nicht ins Homeoffice zurück ziehen. Entsprechend groß war die Sorge, sich bei der Arbeit mit dem Coronavirus zu infizieren.
Seit Mittwochnachmittag steht fest: Der Betrieb wird jetzt heruntergefahren. Ab Montag stehen in Wörth die Bänder still. Danach wird nur noch eine minimale Notbesetzung im größten Lastwagenwerk der Welt tätig sein. Das sagte Ralf Köhler, erster Bevollmächtigter der IG Metall, am Mittwochnachmittag.
Keine betriebsbedingten Kündigungen
Die Belegschaft geht zunächst in eine sogenannte Blockpause, in der Urlaub und Zeitguthaben abgebaut werden. Anfang April wird die Situation neu bewertet. Dann könnte Kurzarbeit folgen, die je nach Dauer vom Arbeitgeber auf bis zu 90 Prozent des Lohns aufgestockt wird. Diese Regelung gilt für den gesamten Daimler-Konzern.
Betriebsbedingte Kündigungen für die knapp 10.300 Mitarbeiter in Wörth seien während dieser Zeit ausgeschlossen, sagte Köhler. Derzeit laufen auch entsprechende Verhandlungen des Arbeitgebers mit Dekra und Gabis für die knapp 400 Leiharbeiter. Auch für diese sollte Kurzarbeit möglich sein und ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bestehen.
Köhler zeigte sich optimistisch, dass eine Lösung gefunden werde. Der Arbeitgeber habe zugesagt, „dass alle diejenigen, die bisher hier tätig waren, weiterbeschäftigt werden, wenn der Bedarf wieder da ist“, sagte Köhler.
Freiwillige Mannschaft stellt Betrieb sicher
Eine Sondersituation besteht im Global Logistics Center am Standort Germersheim mit seinen 2800 Mitarbeitern. Auf dieses Daimler-Ersatzteillager sind unter anderem Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk angewiesen. Man wolle wichtige Services und Notdienste in der aktuellen Situation weiter für die weltweiten Kunden sicherstellen, teilte der Konzern auf Anfrage mit.
Deshalb wird am Standort Germersheim im reduzierten Betrieb weitergearbeitet, sagte Köhler. Es hätten sich genügend Freiwillige gemeldet, um etwa die Hälfte des Betriebs aufrecht zu erhalten. Für die restlichen Mitarbeiter gelten die Vorgaben wie im übrigen Konzern – erst Blockpause, dann vielleicht Kurzarbeit.
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