Kandel / Germersheim Corona belastet weiter Personal in Kliniken
34 Corona-Patienten wurden am Freitag in Kandel behandelt, 15 Patienten in Germersheim. „Glücklicherweise muss keiner von ihnen intensiv behandelt werden“, sagt Michael Königs, Leiter des Medical Center Germersheim und Leiter der Klinikhygiene. Erschreckend sei aber, dass lediglich zehn Tage zuvor kein einziger Fall in Germersheim war. „Deshalb rechnen wir damit, dass die Zahlen weiter steigen werden.“
Zwei Jahre nach Beginn der Pandemie habe man nun erstmals in Germersheim einen Isolierbereich errichten müssen, so Königs. „In Kandel mussten wir neben unserer bereits bestehenden Isolierstation einen weiteren Bereich bereitstellen.“ Auch, wenn die Verläufe leichter seien, müssten die beiden Kliniken immer mehr Mitarbeiter in den Coronabereichen einsetzen und damit aus anderen Stationen abziehen. Dabei kämen vor allem die Pfleger an ihre Grenzen. „30 Kollegen sind derzeit aufgrund von Corona in Quarantäne. Bei dieser Entwicklung wird es für unsere Kollegen immer schwieriger, den Klinikalltag zu bestreiten“, sagt Frank Lambert, Geschäftsführer der Asklepios Südpfalzkliniken.
Zur Erlös- und Liquiditätssicherung der Krankenhäuser hatte die Bundesregierung einen Corona-Rettungsschirm ins Leben gerufen. Dieser sollte zum 19. März auslaufen, wurde nun aber bis 18. April verlängert. Das sei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, schließlich gehe die Pandemie weiter, kritisiert Lambert.
Die Lage sei ernst. Aus diesem Grund hat die Deutsche Krankenhaus Gesellschaft, der Bundesverband der Krankenhausträger in der Bundesrepublik, ein Schreiben aufgesetzt, das direkt an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gerichtet ist. „Wir hoffen, dass die Gespräche zu mehr Verständnis führen und wir sowie andere Krankenhäuser Unterstützung erhalten“, sagt Lambert.