Kreis Germersheim Bleifüße stehen dumm da

. Sensationelles ist im Unfallbericht der Polizei Wörth für das Jahr 2014 nicht zu finden. Zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick stehen viele aber ganz schön dumm da. Aber zunächst freuen wir uns: Denn was als erstes ins Auge fällt, sind Tote, deutlich mehr Unfälle und andere schlimme Dinge. Aber 2014 hat sich im südlichen Landkreis Germersheim lediglich die Zahl der Verletzten erhöht: um 21 auf 285. Warum das so war? Wahrscheinlich Zufall, wie so vieles im Alltag. Insgesamt ist die Zahl der Unfälle gegenüber 2013 um 4 auf 2002 gestiegen. Leicht unter dem Vorjahrestand blieb dagegen die Zahl der Wildunfälle (311). Alkohol war für 47 Unfälle (plus 12) die Ursache, der Konsum anderer Drogen für 4 Unfälle (minus 2). Mehr als alle Drogen bestimmt aber offenbar eine ungeheure Trägheit das tägliche Geschehen im Straßenverkehr: 225 Stunden lang hat die Polizei Wörth die Geschwindigkeit von Autofahrern kontrolliert, über 14.000 Fahrer passierten die Messgeräte. Das Ergebnis: 1910 Fahrer, also etwa jeder Siebte, waren zu schnell. Das ist eine Menge im Vergleich zu denen, die an der Flasche hängen (227 Anzeigen wegen Alkohol am Steuer, 133 verhinderte Alkoholfahrten). Die Leute bekommen anscheinend einfach nicht den Bleifuß vom Gaspedal und pfeifen auf alle Vorschriften. Und das wird nicht besser, wie die steigende Zahl der Unfälle beweist, bei der der Verursacher flüchtet. 475 mal war das 2014 der Fall. Das ist eine erneute Steigerung, dieses Mal um 26 Fälle. Das bedeutet: Beinahe jeder vierte Unfall im südlichen Landkreis ist auch ein Fall von Fahrerflucht. Und das ist ganz schön dumm: Denn meist handelt es sich um Bagatellunfälle, oft um sogenannte „Parkplatzrempler“. Die direkten Unfallfolgen sind meist für alle Beteiligten belanglos. Aber so eine Fahrerflucht: Die bringt richtig Ärger ins Haus. Und zwar in viele Häuser, denn jeder zweite Flüchtige wird erwischt und steht dann ganz schön dumm da.