Kreis Germersheim Bikage plant Jubiläumsgala in Wörth
Die Narren der Bienwald-Karneval-Gesellschaft, kurz Bikage, sind in der Region bekannt, gleichsam Fasnacht-Kult. Ausgerechnet für die große Party zur Jubiläumskampagne müssen die Kandeler Faschingsgrößen wohl außerhalb der Stadtgrenzen Kandels nach einer geeigneten Halle suchen. Fündig wurden sie in Wörth.
Im November ist die Bikage in die Jubiläumskampagne gestartet. „5 mal 11“ Jahre sollen gebührend gefeiert werden. Deshalb blickt der Verein schon länger mit Sorge auf die Brandschutzdiskussionen rund um die Kandeler Bienwaldhalle (wir berichteten). Natürlich würden die Kandeler Narren lieber in Kandel feiern, sagt Präsident Karl-Heinz Schöttinger. Das Jubelkomittee habe die Planung übernommen und sei ein finanzielles Risiko eingegangen: Für den Termin der Gala wurden sowohl die Bienwaldhalle Kandel als auch die Festhalle Wörth gebucht. Die Gala ist für den 10. November 2018, den letztmöglichen Termine der Jubiläumskampagne angesetzt, als Übergang zur neuen Kampagne. Aber derzeit gehe man davon zu 95 Prozent davon aus, dass die Wörther Halle genutzt wird, „damit wir planen können.“
Nur für sportliche Zwecke
Schon für den 11. November diesen Jahres hatte der Verein die „Twin Cats“ engagiert. Doch dann konnte man nicht in der Halle feiern, die „Twin Cats“ spielten bei der regulären Kampagneneröffnung. Gute Musik, gute Stimmung. Aber: Die Bandkosten waren um das Dreifache höher als sonst, sagt Schöttinger. Der Knackpunkt in der Kandeler Bienwaldhalle: Die Sporthalle, die lange Jahre bei solchen Anlässen als Garderobe oder für das Catering genutzt wurde. Gemäß Brandschutzvorgaben und Versammlungsstättenverordnung darf die Sporthalle nur noch für sportliche Zwecke genutzt werden. Die Stadt hat sich schon verschiedene Lösungen überlegt, seit kurzem ist ein Anbau im Gespräch. Doch selbst wenn sich dieser Plan durchsetzen sollte, wäre der Anbau nicht bis Ende 2018 fertig. Im Herbst 2016 und noch einmal im Herbst 2017 habe es ein Gespräch mit dem Landrat gegeben, bewegt habe sich nichts, sagt Schöttinger.
Im Sommer könnte man grillen
Geplant ist eine Gala mit zirka 500 Besuchern – die Bikage zählt 250 Aktive, dazu kommen Gäste aus anderen Vereinen. Ehemalige Prinzenpaare sollen gewürdigt werden, eine Liveband spielen, diverse Gruppen auf der Bühne stehen. Die Latte liegt hoch: „Die Galas waren immer klasse“, schwärmt Schöttinger von vergangenen närrischen Jubiläen. Damals wurde noch im Adamshof gefeiert, in einem großen Zelt, das übrigens wegen des Verstoßes gegen Vorschriften auch schon lange nicht mehr steht. 550 Gäste kommen mit Tischen und Stühlen zwar in der Bienwaldhalle unter. Doch das Catering passt auch nicht in das Foyer, Lösungen mit Zelt oder Truck seien schlicht zu umständlich und zu teuer. „Das geht einfach nicht, wir sind nun mal eine Wintersportart. Im Sommer könnte man grillen“, sagt Schöttinger. „Wir haben schon so viele Zugeständnisse gemacht. Ich lasse mir die Kampagne nicht noch mal so verkomplizieren“, betont er und klingt genervt.
Narren sollen feiern können
Dabei nehmen die Kandeler Narren den Brandschutz keineswegs auf die leichte Schulter: „Wir hatten selbst mit einem großen Brand zu tun, wir wissen wovon wir reden“, sagt Schöttinger. 2013 hatte ein technischer Defekt in einem Bikage-Häuschen auf dem Christkindelmarkt nachts einen Brand ausgelöst. Dabei wurde außer zwei Buden auch das noch recht neue Multifunktionsgebäude zerstört, weil der Brand auf die isolierte Fassade übergegriffen hatte. In der Einwohnerfragestunde hatte ein Bikage-Mitglied bei Stadtbürgermeister Günther Tielebörger in der Ratssitzung vergangene Woche noch einmal nachgehakt. Dessen Antwort: Er könne davon ausgehen, dass die Stadt alles daran setze, dass die Narren in Kandel feiern können. Schöttinger zeigt sich davon wenig beeindruckt. „Das erzählt er mir schon seit eineinhalb Jahren.“
Löschzug statt Stadtbahn
Daher denkt die Bikage also eher an eine Feier in Wörth, wahrscheinlich werden Pendelbusse von Kandel zur Gala im Nachbarort fahren. Oder, wie Obernarr Schöttinger sein Krautkopfteam zitiert: „Dann fährt nicht die Stadtbahn, sondern der Löschzug.“