Kreis Germersheim Bikage bangt um Jubiläumsparty

Für ihre Veranstaltungen benötigt die Bienwald-Karnevalsgesellschaft jeden Platz in der Bienwaldhalle.
Für ihre Veranstaltungen benötigt die Bienwald-Karnevalsgesellschaft jeden Platz in der Bienwaldhalle.

Ende 2018 will die Bikage mit einer Großveranstaltung ihr Jubiläum feiern. Ort des Geschehens soll die Bienwaldhalle sein. Die Sporthalle wird laut dem jüngsten Stadtratsbeschluss am Dienstag zu einer Versammlungsstätte umgebaut und kann dann als Garderobe dienen. Sorgen bereitet den Vereinsverantwortlichen jedoch der Zeitplan.

Vor einem Jahr sah alles noch ganz anders aus: Damals hieß es, ein Umbau der Sporthalle, damit diese den Brandschutzvorgaben entspricht, würde 300.000 Euro kosten. Dies lehnte der Bauausschuss ab, auch Stadtbürgermeister Günther Tielebörger argumentierte, dass das für eine verschuldete Stadt wie Kandel und für so wenige Veranstaltungen zu viel Geld wäre. Auf Drängen der Kreisverwaltung wurden später 150.000 Euro in den Haushalt eingestellt, konkret getan hatte sich aber nichts. Die Konsequenzen bekamen die Vereine zu spüren: Wurde in den Jahren zuvor stets ein Drittel der Sporthalle bei Veranstaltungen zum Beispiel für Catering oder Garderobe genutzt, war das auf einmal verboten. Für die Bikage-Prunksitzungen wurde eine Notlösung gefunden, für den Markt der Berufe und den Bienwaldmarathon ein Zelt aufgebaut. 2016 war die Korrespondenz zwischen Stadtspitze und Kreisverwaltung in der Sache stets eher konfrontativ. Doch nun wurde ein Kompromiss gefunden, um die ganze Sporthalle als Versammlungsstätte zu deklarieren - und der fällt eher teurer aus. Derzeit gibt es an der Bienwaldhalle 128 Parkplätze, diese müssen um 61 erweitert werden, lautet nun eine der Vorgaben. Da aufgrund der Beschaffenheit des Bodens ein fester Unterbau für die Fahrwege notwendig und eine Beleuchtung vorgesehen ist, kosten die 61 Parkplätze stolze 226.000 Euro. Die Oberlichter in der Sporthalle müssen sowieso ausgetauscht werden, da sie defekt sind und nicht mehr richtig schließen. Das soll genutzt werden, um gleich die notwendigen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen zu integrieren. Kostenpunkt: 115.000 Euro. Und dann sind da noch die eigentlichen Baumaßnahmen in der Halle, die aber im Vergleich zu den Vorschlägen von 2016 abgespeckt wurden. Einbau und Verbreiterung von Notausgangstüren schlagen mit 69.000 Euro zu Buche. Damit die seit Jahrzehnten gut angenommenen Veranstaltungen möglich sind, werde die SPD für den Antrag stimmen, sagte Heinz Blankart. Die Kosten für den Umbau seien zwar ärgerlich, aber nicht zu vermeiden. Allerdings sollte nach Lösungen gesucht werden, den Parkplatz günstiger auszubauen. Dieser Forderung schloss sich Volker Blatsch (Linke) an. Die Hallen müssen funktionsfähig sein, betonte auch Jutta Wegmann (Grüne). Einen Shuttleservice von den anderen Parkplätzen aus regte Judith Vollmer (CDU) an. Bis auf weiteres müssen die Vereine jedoch auf Sonderregelungen für „seltene Ereignisse“ hoffen. Tielebörger zeigte sich zuversichtlich, dass die Kreisverwaltung mitspielt, das letzte Gespräch sei sehr konstruktiv gewesen. Denn der Umbau ist frühestens im Herbst 2018 abgeschlossen - es gilt also noch ein weiteres Jahr zu überbrücken. Knackpunkt sind hier die Fenster: Die Ausschreibung war rechtzeitig, aber es habe sich keine Firma gefunden, kein einziges Angebot sei eingegangen, erläuterte Architekt Michael Kern. Deshalb will er schon im Herbst 2017 die Arbeiten ausschreiben, die planmäßig in den Sommerferien 2018 laufen sollen. Finanziert wird der Umbau jetzt über Abstriche bei der Sanierung des Bürgerhauses in Minderslachen.

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