Berg RHEINPFALZ Plus Artikel Berger Ringmetall: Hidden Champion trotzt globalen Turbulenzen

Jetzt werden bei Berger Ringmetall auch Fassdeckel produziert.
Jetzt werden bei Berger Ringmetall auch Fassdeckel produziert.

Der 130-Mitarbeiter-Betrieb ist Weltmarktführer bei Ringen zum Verschließen von Transportfässern. Kunden sind die Chemie- und Pharmabranche. Da bewegt sich zur Zeit viel.

„Spannringe werden immer gebraucht“, sagte Michael Krug vor drei Jahren zur RHEINPFALZ. Krug leitet von Berg aus die Gruppe „Nordeuropa und Asien“ von Berger Global. Denn die 1950 gegründete Berger Metallwarenfabrik GmbH ist mittlerweile „Headquarter“ von Berger Global und Teil der Ringmetall SE. „Selbst in den schlechtesten Zeiten werden Fässer benötigt, um beispielsweise chemische Grundstoffe oder Pharmazieprodukte zu transportieren.“ Damals waren die wirtschaftlichen Folgen der auslaufenden Corona-Pandemie zu verkraften.

Heute wachsen die globalen Spannungen, der Konflikt wird vor allem auf wirtschaftlicher Ebene ausgetragen. Davon ist auch die Produktion in Berg betroffen: Auf 85.000 bis 100.000 Spannringe bezifferte Ringmetall 2022 den täglichen Ausstoß der Berger Anlagen, heute spricht Krug nur noch von 85.000. Aber der Betrieb hat dank neuer Maschinen Platz für ein neues Produkt gewonnen. Investiert wurde dafür ein mehrfacher Millionen-Betrag.

In den kommenden Jahren wird weiter investiert

„Die neuen Anlagen sind so schnell, das wir mit Einführung der zweiten Schicht viele alte Anlagen rausnehmen konnten“, sagt Krug. Zentraler Punkt sind neu entwickelte Profilieranlagen. In ihnen wird das Ausgangsmaterial, ein stählernes Flachband, kalt verformt. Am Ende kommt der Fassring heraus. Mit der Neuentwicklung ist es möglich, auf einer Maschine verschiedene Ringe zu produzieren.

Der frei gewordene Platz wurde genutzt, um eine neue Produktion nach Berg zu verlagern. Neben den Spannringen werden jetzt auch 10.000 Fassdeckel täglich hergestellt. Für Berg bedeutet das zehn Arbeitsplätze zusätzlich. Sie wurden allerdings an anderer Stelle abgebaut. „Den Standort Attendorn (Sauerland), wo bisher die Deckel produziert wurden, haben wir geschlossen“, so Krug. Geliefert werden die Deckel weitgehend an Unternehmen, die gebrauchte Fässer reinigen und aufarbeiten.

Sicherheit für den Standort

„Der Standort Berg ist total sicher“, sagt Krug. Zwar Aber sei aus Europa viel chemische Produktion in die USA und nach Asien abgegeben worden. „Das fangen wir in der Firmengruppe mit unseren Standorten in Nordamerika und China wieder auf.“ Aber auch im Werk Berg, das Nordeuropa beliefert, sei die Auftragslage „relativ stabil - auch wenn das derzeitige Niveau nicht zufriedenstellend ist“. Mit einem Leiharbeiter-Anteil von 15 bis 20 Prozent könnten die Schwankungen aufgefangen werden. „In Berg hat es nie betriebsbedingte Kündigungen gegeben“, sagt Krug. Vielmehr suche das Unternehmen immer noch neue Mitarbeiter, beispielsweise Maschineneinrichter und Mechatroniker.

Zudem wird in Berg weiter investiert. Der Bau einer rund 1300 Quadratmeter großen Lagerhalle sei geplant, sagt Krug. Sie soll auf dem Geländestreifen entlang der Landesstraße zwischen Neulauterburg und Hagenbach stehen, wo heute noch Container das Bild prägen. 1,6 Millionen Euro will das Unternehmen dafür ausgeben. Außerdem soll das Verwaltungsgebäude grundlegend saniert werden.

Auch Ringmetall insgesamt behauptet sich im Markt. Der Gewinn hat sich mit 11,2 Millionen Euro 2024 gegenüber 2023 (6,3 Millionen Euro) fast verdoppelt. Das Niveau der Vorjahre (2022: 16 Millionen Euro, 2021: 15 Millionen Euro) war damit aber noch nicht wieder erreicht. 2020 lag er noch bei 2,7 Millionen Euro. Der Umsatz ist hingegen 2024 (175 Millionen

Euro) gegenüber dem Vorjahr (182 Millionen Euro) leicht gesunken. Der Grund sind die gesunkenen Stahlpreise - das Rohmaterial, aus dem die Spannringe hergestellt werden.

Michael Krug leitet von Berg aus die Gruppe Nordeuropa und Asien von Berger Global.
Michael Krug leitet von Berg aus die Gruppe Nordeuropa und Asien von Berger Global.
Blick in die Produktionshalle.
Blick in die Produktionshalle.
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