Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bellheim: Peter Herberger leitet seit 40 Jahren Chöre im Kreis

Peter Herberger   Foto: jopa
Peter Herberger

Die Reise über den Rhein tritt Peter Herberger in seiner Freizeit seit 40 Jahren regelmäßig an: So lange leitet der Rheinsheimer schon Chöre im Kreis Germersheim. Tradition soll beim Liedgut bewahrt werden, meint der 71-Jährige. Aber nicht ausschließlich.

Mit 15 Jahren trat Herberger in seinen Heimatchor MGV Concordia Rheinsheim ein. „Das war damals so Mode. Ich war musikalisch interessiert und habe Klavier gelernt“, erzählt er. Schnell hat er den Vize-Chorleiter-Lehrgang beim Badischen Sängerbund (heute Badischer Chorverband) absolviert. 1979 legte er die Chorleiter-Prüfung ab. Bald übernahm er seinen ersten Chor – in der Pfalz. „Der MGV ,Lyra’ Lustadt suchte gerade einen Chorleiter und kam auf mich zu“. Damit begann seine Dirigentenlaufbahn auf der „anderen“ Rheinseite, 1981 wurde er beim MGV „Liederkranz“ Westheim engagiert. 1985 übernahm Herberger auch den neu gegründeten Frauenchor in Lustadt, wo er über 30 Jahre tätig war. „In Westheim waren es ebenfalls mehrere Jahrzehnte“, berichtet er.

Später waren der MGV 1864 Hochstadt – hier war er 23 Jahre – und der MGV Böbingen (13 Jahre) an der Reihe. Bei den beiden Vereinen wurde er zum „Ehren-Chorleiter“ ernannt. Zudem hat Herberger mehrere Projektchöre geleitet. Derzeit ist er musikalischer Leiter seines Heimatchors in Rheinsheim sowie des Frauen- und Gemischten Chores des GV „Frohsinn“ Bellheim und der Liederkranzchöre Zeiskam. „Unvergesslich“ nennt Herberger das Internationale Adventssingen 2000 in Wien, wo er mit über 150 Sängern aus seinen Chören auftrat. Aber auch an 2006, an das Konzert der „Herberger-Chöre“ mit über 200 Sängern in verschiedenen Orten, erinnert sich der Jubilar gerne.

Jeden Abend am Dirigenten-Pult

Seine autodidaktische Ausbildung erweiterte Herberger mit einem Gesangsstudium an der Musik- und Kunstschule Philippsburg. Fähigkeiten als Tenorsolist bewies er bei vielen Auftritten mit den Chören. Er ist selbst aktiver Sänger bei der Chorgruppe „Canto Allegro“ Zeiskam. „Meine Stimme will ich auch weiterhin noch ausbilden lassen“, bekennt der 71-jährige Rheinsheimer und nimmt Gesangsunterricht im klassischen Fach.

Seine Chorleitertätigkeit hat der gelernte Bankkaufmann, der später bei einem Verlag und 14 Jahre in der Finanzabteilung bei Hornbach gearbeitet hat, nie ruhen lassen. „Ich war praktisch jeden Abend bei einem Chor unterwegs“, sagt der Vater dreier erwachsener Töchter. Sein großes Interesse gilt der klassischen Musik und Opernaufführungen. Als Hobbys nennt er die Familie, das Fahrrad, das Motorrad und den Garten. „Ich kann mir nicht vorstellen, meinen Lebensabend ständig nur zu Hause zu verbringen“ , sagt Herberger.

Zur Problematik des fehlenden Nachwuchses bei den traditionellen Chören meint er, dass die Tradition gewahrt werden sollte, aber nicht ausschließlich. „Es ist schade, dass das deutsche Volkslied in den Hintergrund gedrängt wird.“ Nur moderne Schlager und ausländisches Liedgut könne man älteren Chören „nicht zumuten“.

Begeisterung hervorgekitzelt

Beim Liederabend des GV „Frohsinn“ Bellheim wurde Herberger anlässlich seines 40. Chorleiter-Jubiläums geehrt. Es sei Herberger zu verdanken, dass sich der „Frohsinn“-Frauenchor in den knapp zehn Jahren seines Bestehens zu einem beachtlichen Klangkörper entwickelt hat, betonte der Vorsitzende, Günter Rund, bei seiner Laudatio. „Peter Herberger hat vielen Menschen die Musik eröffnet. Er kitzelt bei ihnen die Begeisterung mit seiner großen Bandbreite an Liedgut regelrecht heraus und hat sich damit um den Chorgesang verdient gemacht. Leute wie Herberger sind ein Glücksfall für den Chorgesang“, sagte der Präsident des Chorverbandes Pfalz, Hartmut Doppler, unter dem großen Applaus der Konzertbesucher.

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