Kreis Germersheim Bellheim: Nicht artgerecht gehaltene Hunde rufen Tierschützer auf den Plan
Das Veterinäramt will einem Hundehalter in Bellheim die Tiere wegnehmen, weil sie nicht artgerecht gehalten werden.
Anwohner und Tierschutzverein „Voices for Dogs“ kämpfen gegen die aus ihrer Sicht nicht artgerechte Zwingerhaltung von Hunden in einer Pachtparzelle in Bellheim. Das Veterinäramt wurde eingeschaltet und nimmt sich der Sache an. Zwei Hunde übergab der Halter freiwillig an das Veterinäramt. Sie sind jetzt in einer Tierpension untergebracht. Vor anderthalb Jahren wurde beim Ordnungsamt zum ersten Mal wegen nicht-artgerechter Hundehaltung Anzeige erstattet. Denn auch für die Hundehaltung in Zwingern sieht das Gesetz bestimmte Regeln vor: Ausreichend Auslauf außerhalb des Zwingers, Umgang mit der Betreuungsperson, gemeinsame Haltung der Hunde in der Gruppe. Auf die Hunde in der Pachtparzelle nahe des Neubaugebiets in Bellheim Richtung Westheim wurden Anwohner und Spaziergänger wegen lauten und andauernden Gebells aufmerksam. Anwohner Norbert Schmitt, erklärte, er habe die Hunde im Sommer bemerkt, da er bei offenem Fenster schlief und durch das Gebell geweckt wurde. Er habe sich letzten Herbst an das Ordnungsamt gewandt und Unterschriften in seiner Straße gesammelt. Hundehalterin Daniela Grauberger ist die Pachtparzelle mit den Zwingern beim Spazierengehen aufgefallen. Sie gehe öfter in der Nähe der Pachtparzellen spazieren und sei so auf die Hunde aufmerksam geworden. „Das Gebell hört man schon von weitem“, erklärt sie. Daraufhin habe sie die Hunde immer mal wieder nachmittags für etwa eine halbe Stunde beobachtet. Vom Zustand der Hunde habe sie Fotos und Videos gemacht und den Sachverhalt dem Veterinäramt geschildert. Was weiterhin passierte, sei ihr allerdings nicht bekannt gewesen. Um sich zusätzliche Hilfe zu holen, wendete sich Grauberger an den Tierschutzverein „Voices for Dogs“. Dieser nahm sich dann der Sache an. Diesen Monat erstattete Grauberger zusätzlich Anzeige beim Ordnungsamt in Bellheim. Daraufhin hat sich das Ordnungsamt direkt mit dem Veterinäramt bei der Kreisverwaltung in Verbindung gesetzt. Wegen des Hundezwingers habe es außerdem schon öfter Beschwerden wegen Ruhestörung gegeben. Dies bestätigte Elke Mildenberger, vom Ordnungsamt auf Anfrage. In Fällen wie diesen werde immer das Veterinäramt benachrichtigt, denn „sie sind Fachleute, die sich mit Tierhaltung auskennen.“ Sie erklärte, dass das Veterinäramt den Zwinger im Januar schon einmal besichtigt habe. Damals habe jemand das Veterinäramt direkt aufmerksam gemacht. Eine Sprecherin der Kreisverwaltung Germersheim erklärte am Mittwoch, dass die Zwinger von Mitarbeitern des Veterinäramtes zuletzt einmal im Januar unangemeldet von außen betrachtet sowie einmal angemeldet auch begangen wurden. Der Halter der vier Jagdhunde habe Auflagen erhalten, die er aber nicht erfüllte. Das stellte das Veterinäramt bei einer Überprüfung am Freitag fest. In Folge dessen übergab der Halter dem Amt zwei Hunde freiwillig. Diese befinden sich derzeit in einer Tierpension. Da aber vom Halter keine Bemühungen zur Besserung der Lebensumstände der Hunde erkennbar seien, fordert das Veterinäramt, dass auch die übrigen zwei Hunde abgegeben werden. Die zeitlichen Verzögerungen bei der Überprüfung seien dadurch bedingt, „dass alle Kräfte des Veterinäramts durch das akute Thema Vogelgrippe gebunden waren“, so die Behördensprecherin.|hkt/nolm