Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bellheim: Gutes Pflaster für langjähriges Singen

Heribert Laubersheimer und Arno Ehnes. Foto: Jopa
Heribert Laubersheimer und Arno Ehnes.

„Der Gesangverein Frohsinn Bellheim ist ein gutes Pflaster für langjähriges Singen im Chor“, meinte der Präsident des Pfälzer Sängerbundes, Hartmut Doppler, bei den Ehrungen am Liederabend. Nach Edmund Gadinger (80 Jahre aktiv) war Arno Ehnes an der Reihe, der es auf bisher stolze 70 Jahre aktives Singen gebracht hat.

Am 23. Oktober wird er 89 Jahre. Seit seinem Eintritt in den Chor singt er im ersten Tenor. „Da bin ich der Nachbar von Edmund Gadinger“, sagt er lächelnd. Nachdem er ein Jahr im Kirchenchor „ausgeholfen“ hatte, meinte ein Bekannter: „Du könntest doch bei uns im Frohsinn mitsingen.“ Dem Angebot folgte Arno Ehnes − bis heute ist er seinem Verein treu geblieben. „Ich bin immer noch dabei, weil es mir hier gefällt und mir einfach auch noch Spaß macht“, sagt er, der zu jeder Singstunde mit dem Fahrrad kommt.

Er hat in der ehemaligen Bäckerei Grimm-Kaiser – in unmittelbarer Nähe zu seinem Wohnhaus – gelernt und dort bis 1990 gearbeitet. „Deshalb gab es für mich damals kein Bleiben nach der Singstunde. Ich musste ja in die Backstube, als andere von der Singstunde nach Hause gingen.“

Als sein schönstes Erlebnis schildert Arno Ehnes das erste Sängerfest, das er Anfang der 50er-Jahre in Knittelsheim erlebt hat. „Nach dem Einmarsch in Knittelsheim kam der große Regen. Wir haben dann ein paar Bier getrunken, bevor es zum Fest im Wald zum Singen ging. Am Ende haben wir unseren Fahnenträger samt Fahne heimtragen müssen.“ Er erinnert sich aber auch noch gut, als in den 50er-Jahren an den Trauerhäusern gesungen wurde, da es noch keine Leichenhallen gab.

Für 50-jähriges aktives Singen wurde vom Präsidenten der 75-jährige Heribert Laubersheimer geehrt, der ebenso wie die beiden anderen Jubilare ein „waschechter“ Bellheimer ist. Er ist durch Peter, den jüngsten der Gadinger-Brüder, zum Frohsinn gekommen. „Er war mein Arbeitskollege bei der Feuerwehr von Daimler.“ Dort war Herbert Laubersheimer zunächst seit 1968 beim Werksschutz, ehe er eine Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann gemacht hat.

„Wir haben bei Geburtstagsfeiern immer Lieder gesungen. Da meinte Peter, er könne mich im Gesangverein Frohsinn gebrauchen.“ Er habe dann einen „Schnupperkurs“ gemacht, als Weihnachtslieder für die Weihnachtsfeier eingeübt wurden. „Dann bin ich einfach hängen geblieben.“ Er singt seitdem im zweiten Bass. „Ein sehr guter Bass“, wirft der Vorsitzende Günter Rund ein. „Er ist eine tragende, führende Stimme.“ In der Vorstandschaft war Heribert Laubersheimer einige Jahre als Beisitzer tätig.

Trotz der langen Zeit ist er, wie Arno Ehnes, kein Ehrenmitglied im Frohsinn. „Da haben wir ganz strenge Richtlinien“, erläutert der Vorsitzende. „Man muss mindestens 25 Jahre aktiv in der Vorstandschaft tätig sein, um Ehrenmitglied zu werden.“

Dem geselligen Heribert Laubersheimer, der im Tabakdorf der zweite Bellheimer Lord war, gefallen die „Nach-Singstunden“ besonders gut. Außerdem singt er noch im Shanty-Chor „Sail or Sing“ der SG Stern. Sein „Schlüsselerlebnis“ als Sänger hatte er in Gimmeldingen. „Am Anfang des dortigen Umzuges gab es an jedem Haus ein Probierglas mit Wein. Jeder kann sich vorstellen, was das für Auswirkungen bis zum Umzugsende hatte. Trotzdem wurde immer lustig weiter gesungen. Man erlebt vieles als Sänger.“

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