Kreis Germersheim Bellaris-Quelle sprudelt für fünf soziale Vereine

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Mit dem Trinken von Bellaris Gutes tun. – Das ist der Hintergrund der Spendenaktion der Brauerei Park & Bellheimer. Seit 2013 kommt pro gekaufter Flasche ein Cent in eine Spendensammlung, die später an ausgewählte gemeinnützige Organisationen und Vereine verteilt wird. Gestern übergab Brauereichef Roald Pauli in Bellheim fünf mal 10.000 Euro an in unterschiedlichen sozialen Bereichen tätige Vereine in der Süd- und Vorderpfalz.

„Wir sind jetzt 50.000 Euro ärmer, aber wir freuen uns!“, sagte Pauli schmunzelnd. Den Vertretern der gemeinnützigen Vereine sprach er seinen großen Respekt aus, „denn sie sorgen dafür, dass unser Gesellschaftsapparat funktioniert“. Am Mittwoch hatte Pauli bereits eine Spende im Gesamtwert von 50.000 Euro an Vereine in der Westpfalz übergeben. „Bellaris ist das einzige Mineralwasser, das in der Pfalz gefördert und als Marke vertrieben wird. Damit entsteht eine besondere Bindung zur Region“, erzählte Pauli. Seit die Aktion ins Leben gerufen wurde, habe die Brauerei schon 405.000 Euro für die Süd- und Westpfalz gesammelt und ausgeschüttet. Der Kinderschutzbund Kreisverband Germersheim betreibt das Kinder- und Jugendtelefon. Darüber hinaus bietet der Kinderschutzbund eine Babysittervermittlung in Germersheim und Umgebung, einen Kleiderladen mit gebrauchter Kinderkleidung, eine Kindertrauergruppe, eine Elternsprechstunde und eine Familien-, Trennungs-, und Scheidungsberatung an. Der Großteil der Spende soll in das Projekt Hippy fließen, sagte Roswitha Wiersch gestern. „Hippy“ ist ein Lernprogramm für Kinder von drei bis sechs Jahren und deren Eltern, die überwiegend einen Migrationshintergund haben. Darüber hinaus soll das Kinder- und Jugendtelefon Geld erhalten. Es stelle einen hohen Kostenfaktor dar und werde vom Land nur gering bezuschusst. „Ehrenamtliche müssen dafür geschult werden und sich regelmäßig fortbilden“, sagte Marianne Buresch vom Team-Vorstand des Kinderschutzbundes in einem Vorabgespräch. Von dem Spendengeld soll auch die Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen profitieren, sagte Wiersch. Der Betreuungsverein Ludwigshafen im Diakonischen Werk Pfalz wurde ebenfalls für eine Spende ausgewählt. Er berät, unterstützt und schult ehrenamtliche Betreuer, Angehörige und Bevollmächtigte und übernimmt auch schwierige Betreuungen. Außerdem richtet er Informationsveranstaltungen zum Betreuungsrecht und zu Vorsorgemöglichkeiten aus. Ebenso bietet er Informationen und Beratung über Vorsorgevollmachten und Patienten- und Betreuungsverfügungen an. Mit der Spende wolle der Verein die technische Ausstattung im Büro verbessern. Darunter fallen neue Bildschirme, PCs und Scanner. Aber auch ein Dienstfahrrad soll ersetzt und ein weiteres repariert werden. „Wir sind stadtintern meist auf dem Fahrrad unterwegs. Das ist praktikabler und umweltbewusster“, erzählte Bettina Grebhahn. Auch die Tagesbegegnungsstätte „Lichtblick“ in Neustadt freut sich sehr darüber, zu den Ausgewählten zu gehören. Aus einer Bürgerinitiative heraus war die Einrichtung zu Beginn der 1990er Jahre entstanden. Seitdem setzt sie sich gegen Armut und für sozial Schwächere ein. Zu ihren Angeboten gehören eine Kleiderkammer, ein Möbellager, günstiges Mittagessen, Hilfe bei Rechtsfragen und Schreiben von Bewerbungen, sowie eine ehrenamtliche Zahnarztsprechstunde und günstige Frisörbesuche. Wohnungslosen Menschen gibt die Tagesbegegnungsstätte eine Adresse. Sie dürfen sich dort tagsüber aufhalten und es gibt Schlafmöglichkeiten. Die Spende möchte der „Lichtblick“ für sein Projekt „Solipakt“ verwenden. Dabei handelt es sich um ein Arbeits- und Beschäftigungsprojekt für Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben. Derzeit arbeiten 35 Frauen und Männer begleitet von haupt -und ehrenamtlichen Mitarbeitern in diesem Projekt mit. Dazu gehören Umzugshilfen und die Unterstützung von gemeinnützigen Vereinen und Organisationen. Ab März ist ein Hausratladen geplant. Für die Edenkobener Tafel kam die Spende der Brauerei wie gerufen, denn durch die Kündigung ihrer Räumlichkeiten hatte sie umziehen müssen. „Dieser Umzug war sehr teuer. Dann mussten wir noch 15 000 bis 20 000 Euro in die neuen Räume investieren. Die Spende kam wie ein Engel vom Himmel“, äußerte sich Lothar Heine glücklich. Derzeit versorgt die Tafel 300 Bedürftige, 72 davon sind Kinder. Sie rettet Lebensmittel bevor sie weggeworfen werden und verteilt sie an Bürger der Verbandsgemeinden Edenkoben und Maikammer. Unterstützer sind der Lebensmittel-Groß- und Einzelhandel, wie beispielsweise Bäckereien und Metzgereien aus dem Bereich der Verbandsgemeinden. Die Spende will die Tafel für ein neues Fahrzeug verwenden. Das braucht sie für Bringdienste, denn nicht alle Bedürftigen sind mobil und können die Tafel aufsuchen. Das Frauenhaus in Speyer zeigte sich ebenfalls sehr glücklich über die 10.000 Euro. Leiterin Silvia Bürger erklärte in einem Gespräch vor der gestrigen Spendenübergabe, dass das Geld gut für die „proaktive Beratung“ verwendet werden solle. Dabei versucht man Frauen, die in einer Beziehung leben, in der sie Gewalt erfahren, früher dazu zu bewegen, sich daraus zu befreien. „Im Schnitt dauert es sieben Jahre, bis sich eine Frau dazu durchringt. Wir versuchen ihnen mit aktiver Betreuung dabei zu helfen, diesen Schritt früher zu wagen“, sagte Juliane Weber vom Frauenhaus gestern. Wenn die Frauen einverstanden seien, vermittle die Polizei in Speyer den Kontakt zwischen ihnen und dem Frauenhaus. Anschließend würden die Frauen über ihre Rechte und Möglichkeiten informiert, um ihnen Perspektiven aufzuzeigen. In Speyer herrsche leider viel Bedarf an diesem Hilfsangebot, so Bürger. Die Spende könne dabei helfen, die dafür anfallenden Personalkosten zu decken. „Wir haben uns die Projekte und ihre Arbeit vorher gut angesehen. Die Spende gibt einem das Gefühl, dass man etwas zurückgeben kann“, sagte Hannelore Heuser, Marketingleiterin in der Bellheimer Brauerei. |hkt

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