Wörth
Bekanntes Kellertheater am Europa-Gymnasium wird modernisiert
„Jeder, der im Europa-Gymnasium zur Schule gegangen ist, verbindet etwas mit dem Kellertheater. Aber auch für viele andere hat es eine Bedeutung. Es ist ein Identifikationsmerkmal, ein zentrales Merkmal des Gymnasiums in Wörth“, sagte Landrat Martin Brandl (CDU) in der Sitzung des Kreistags. Und passend zum Tagesordnungspunkt „Umbaumaßnahmen zur Nutzung des Kellertheaters“ tagte das Gremium in der Wörther Festhalle, nur ein paar Hundert Meter entfernt vom Europa-Gymnasium.
Das Theater in den Katakomben des Gymnasiums entstand 1972. Generationen von Schülern haben hier ihr schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt. Es gab Aufführungen der Kleinen Theater-AG (5. bis. 7. Klasse) und der großen Theater-AG (8. bis 13. Jahrgangsstufe) und der English Drama Group, die stets gut besucht waren. Theater spielt im pädagogischen Konzept der Schule eine wichtige Rolle. Seit der Covid-Pandemie darf das Kellertheater nicht mehr genutzt werden. Gründe sind der fehlende notwendige Luftaustausch, brandschutztechnische Mängel, veraltete Elektrik und fehlende Digitalisierung. Auf Theateraufführungen musste das Gymnasium in den vergangenen Jahren zwar nicht verzichten, weil im Foyer geprobt und aufgeführt werden konnte, aber es bestand der Wunsch, so schnell wie möglich ins Kellertheater zurückzukehren.
Strenge Auflagen des Denkmalschutzes
Das vom Land genehmigte pädagogische Konzept ermöglicht den Umbau gemäß der aktuell geltenden hygienischen und brandschutztechnischen Vorgaben sowie der weiteren Digitalisierung und des Anschlusses an das Notfall- und Gefahren-Reaktions-System. Bei den im Herbst begonnenen Vorplanungen ist zu berücksichtigen, dass das gesamte Europa-Gymnasium unter Denkmalschutz steht.
Die Auflagen des Denkmalschutzes müssen bei Planung und Ausführung berücksichtigt werden. Die Auflagen wirken sich beispielsweise auf die neue Lüftungsanlage aus, für die eine besondere Leitungsführung der Zu- und Abluftrohre erforderlich ist. Die Lüftungsanlage soll möglichst unauffällig in der abgehängten Decke im Gang und im Bühnenbereich eingebaut werden. Die Rohre werden im Grünstreifen vor dem Gebäude verlegt, eine Anbindung an das Gebäude erfolgt im Erdreich.
Kostenberechnung liegt bei 779.000 Euro
Die besonderen Anforderungen treiben natürlich auch die Kosten in die Höhe. Eine Kostenberechnung aus dem September geht von knapp 779.000 Euro aus. Über die Schulbauförderung ist eine maximale Zuwendung von 60 Prozent möglich, abhängig von der finanziellen Lage der Kommune, die im Kreis Germersheim nicht rosig ist. Heißt im Klartext: Vom Land sind rund 466.000 Euro zu erwarten. Der Kreis als Schulträger muss rund 313.000 Euro finanzieren. Im vergangenen Jahr wurden vom Kreis bereits gut 22.000 Euro für das Kellertheater ausgegeben, in Haushaltsjahr 2025 sind 300.000 Euro eingeplant. Der Kreistag segnete das Vorgehen einstimmig ab.