Kreis Germersheim Baustelle im Herzen der Innenstadt

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Derzeit gibt es im Herzen der Stadt Kandel, in der Marktstraße gegenüber der Grundschule, eine große Baustelle zu bestaunen. Das haben außer den Kandelern beim Oktobermarkt auch die vielen auswärtigen Besucher festgestellt. Das „Quartier am Markt“ soll bis Ende 2017 bezugsfertig sein.

Auf einem Areal von rund 3.400 Quadratmeter entsteht hier in der Innenstadt um einen Innenhof herum ein in sich geschlossenes, aus fünf Baukörper bestehendes, „Quartier am Markt“ genanntes Gebäudeensemble“. Bauträger ist die in Kandel ansässige Firma „Palatina Grundbesitz GmbH“ mit den Teilhabern Christian Kammlott und Stefan Runck, der auch als Geschäftsführer tätig ist. Beide haben ihren Wohnsitz in Kandel. Entstehen werden im Quartier 19 Wohnungen mit einer Grundfläche von 64 bis 162 Quadratmetern und eine gewerblich genutzten Fläche von rund 1600 Quadratmetern. Hinzu kommt noch eine Tiefgarage mit 75 Stellplätzen. Bezugsfertig sollen die Räume zum Ende des kommenden Jahres sein. Doch heute sind schon, so Runck und Kammlott, rund 80 Prozent der Wohnungen verkauft oder festgeschrieben. Eine Notargemeinschaft und ein Steuerberatungsunternehmen werden einziehen. Beim Verkauf der Gewerbeflächen werde großer Wert darauf gelegt, nur am Firmen zu verkaufen die keinen Lärm verursachen, hieß es. Verzögert wurde der Bau des „Quartiers am Markt“ unter anderem wegen dem Denkmalschutz. Ein aus der Gründerzeit stammendes Gebäude mit einer bemerkenswerten Sandstein-Klinkerfassade, in dem einst auch die Gendarmeriestation ihre Büros hatte, wurde von dem Kandeler Architekten Heußler gebaut und durfte nicht abgerissen werden. Gelöst wurde dieses Problem, indem man die vor rund 100 Jahren geplante geschlossene Randbebauung aufgriff und um das Baudenkmal fortsetzte. Die vorderen Gebäudeteile und deren Fassade werden daher in einen neoklassizistischen Stil gebaut und mit dem alten Gebäude verbunden. Wie dies aussehen wird, kann man an seiner Visualisierung erkennen. Die hinteren Gebäude werden in einem modernen Stil erbaut, sollen sich aber in die Umgebung einfügen. Insgesamt gesehen werden mit dem Gesamtensemble neue Akzente gesetzt. Befürchtet wurde auch, dass die Zu- und Abfahrten bei den großen Märkten gefährdet sind. Doch auch dieses Problem wurde gelöst, könne doch die Fahrzeuge in der Tiefgarage auch über die Goethestraße ausparken. Um das „Quartier am Markt“ errichten zu können mussten einige Altbauten geopfert werden. Der Abrissbirne zum Opfer fielen unter anderem die vielen Nebengebäude des Heußler-Hauses, darunter das Anwesen in dem Aldi seine erste Kandeler Niederlassung hatte und das Fachwerkhaus in dem Jakob Gemar, bekannt als geschäftsführender Beamter der Stadtverwaltung und als Sportfunktionär wohnte. Stehen geblieben ist jedoch das Haus von Gemars Nachvolker in der Verwaltung und einstigem TSV-Vorsitzender Hermann Maupai, weil dessen derzeitiger Besitzer sein Anwesen trotz guter Angebote nicht verkaufen wollte. |wm

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