Kreis Germersheim Bandabend ist zurück
Stille herrschte auf der Bühne im JuZe Wörth nun lange genug. Mit viel Herzblut organisiert, gibt es nun in der Ahornstraße 5 wieder mindestens zweimal im Jahr einen Band- beziehungsweise Kleinkunstabend. Mit dabei sind – natürlich – die Hausband des JuZe Kandel „Gino in the bottle“ und auch „gerne interessierte Jugendbands aus der Umgebung“, so Mathias Rösler vom JuZe Wörth.
Auf die Beine gestellt wird der Abend von Anke Geßner, die Banderfahrung und Kontakte mitbringt. So kennt Geßner den Liedermacher und Künstler Marco Pereira aus ihrer Schwarzwälder Heimat und den Singer-Songwriter Morgan Finley kennt die Haßlacherin über einen Freund. Während „Gino in the bottle“ ein Heimspiel haben und ein paar treue Fans mitbringen, stehen Pereira und Finley das erste Mal auf einer Wörther Bühne. Sieghart „Sigi“ Berninghaus, der im JuZe Kandel für „jede Menge Musik“ sorgt, spielt die Leadgitarre bei Gino. Namensgeber Gino (20) ist am Cajon, Kilian (17) spielt die Trompete, Niko (21) Bass und Luisa (19) ist die Stimme der Band. Die Proben sind immer mittwochs in Kandel, das Ensemble besteht im Kern (Gino, Niko, Sigi) schon seit etwa sieben Jahren und spielt „wo sie können“. Das war unter anderem auf dem Kandeler Stadtfest. Etwas schade ist die Besucherzahl am vergangenen Samstag. Trotz freiem Eintritt kommen nur um die 30 Leute. „Unerklärlich“, aber keine Seltenheit, sagt Tanja Meyer vom JuZe Kandel, die sich den Auftritt von „Gino in the bottle“ nicht entgehen lassen will. „Das sind schließlich unsere Kinder!“, sagt sie und ist „mächtig stolz.“ Der Liedermacher Marco Pereira ist gespannt auf seine Wörther Premiere – insbesondere, wie Mundart bei den jungen Besuchern so ankommt. „Alemannisch“ singt Pereira, dabei begleitet er sich auf der Gitarre. Ein Wort, das er besonders mag? „Pfudle“, überlegt er und grinst. Das heißt im Übrigen etwa „rumliegen, entspannen“. Mittlerweile ist vor der Bühne bestuhlt, Pereira singt vom WG-Leben: „Läbe und Kläbe lasse“. Niko Ginz (17) aus Wörth und Dominik Gold (17) aus Hatzenbühl kamen auf Empfehlung, beide machen ihr FSJ am JuZe. Privat hören beide „eher andere Musik“, aber sie sind angenehm überrascht vom Programm. Nils (18) aus Wörth hört privat auch eher kein Folk, „aber vielleicht jetzt mal öfter“, meint er während dem Auftritt von Morgan Finley. Der kanadische Sänger ist Hauptakt des Abends, hat selbst Soziale Arbeit studiert und „ein Herz für Jugendliche“, erzählt Anke Geßner. Wörth, nennt Finley augenzwinkernd, die „kleinste Hauptstadt der Gegend.“ Da spielt die Publikumsgröße, das merkt man, auch keine Rolle. Und eigentlich fehlten nur noch ein paar Teelichter, um die harmonische Konzertstimmung vollends wirken zu lassen.