Kreis Germersheim Bald mehr Musik, weniger Politik
BERG. „Ich hatte nie das Talent, um in den diplomatischen Dienst zu gelangen“, sagt Günter Logé. Am morgigen Sonntag, 26. Februar, feiert der langjährige und wortgewandte Kommunalpolitiker seinen 70. Geburtstag. Er hat sich auch als Schlagzeuger und Organisator von Jazzkonzerten in der Region einen Namen gemacht.
„Die Legislaturperiode will ich noch zu Ende machen und mich dann noch mehr den anderen Dingen zuwenden“, sagt Logé. Das heißt, im Frühjahr 2019 ist für ihn Schluss im Verbandsgemeinderat Hagenbach und auch im Kreistag. Das Grünen-Urgestein – Mitgliedsnummer im Bund 41, in der Pfalz 7 – will mehr Zeit für Ehefrau Rita haben, für die Töchter Katrin und Lisa oder Enkelin Leonie. Ex-SPD-Bundestagsabgeordneter Heinz Schmitt ist übrigens sein Schwager und auch Verbandsbürgermeister Reinhard Scherrer ist mit ihm verwandt. Logé will sich mehr der Musik widmen. „Viele reduzieren mich auf die Politik.“ Als Chef des Jazz-Clubs Wörth organisiert er seit vielen Jahr einmal monatlich Konzerte im „Bayrischen Hof“ Neulauterburg. Diese Arbeit sei nicht zu unterschätzen, er bekomme täglich E-Mails und Anrufe interessierter Musiker aus ganz Deutschland. Logé war sieben Jahre Schlagzeugausbilder, auch von regionalen Musikergrößen wie Tommy Baldu und dem Franzosen Jean-Pierre Pimmel. Er selbst sitzt unter anderem beim Jazz-Ensemble „Spätlese“ am Schlagzeug, dem einzigen Instrument, das er beherrscht. „Ich wollte mich nicht verzetteln“, sagt er, „sondern dieses eine Instrument gut spielen.“ Für sich entdeckt hat Logé es in den 60er Jahren im „Jugenddorf“ Limburgerhof. Damals war er Maschinenschlosser-Azubi bei der BASF. Sein beruflicher Weg führte ihn später zunächst zu Siemens, dann zur Deutschen Bahn, wo er als technischer Beamter für Gleis- und Weichenbau am Bodensee tätig war. Mit seiner Wortgewandtheit hätte Logé sicherlich auch in der Landes- oder Bundespolitik etwas werden können. „Dazu fehlte mir dann aber doch der Mut“, gibt er zu. „Ich hätte ja dann spuren müssen.“ Logé ist bekannt als jemand, der auch mal unangenehme Fragen stellt. „Ich suche nicht die Konfrontation, gehe ihr aber auch nicht aus dem Weg“, sagt er und kritisiert die „Gefälligkeitspolitik“ manches Kollegen. Schon in den 70er Jahren, als es die Grünen noch gar nicht als Partei gab, machte Logé „außerparlamentarische Opposition“. Mit Flugblättern ging er gegen die Politik des Ortsgemeinderats Berg hart ins Gericht, bezeichnete das von der Wählergruppe dominierte Gremium als „Kopfnicker-Parlament“. Von 1989 bis 2004 gehörte er selbst dem Ortsgemeinderat an und sorgte dort für manch lebhafte Sitzung.