Kreis Germersheim Bahnhof Bellheim eine Option für Start und Ziel

Am Bahnhof Bellheim scheiden sich die Geister.
Am Bahnhof Bellheim scheiden sich die Geister.

Der Bahnhof Bellheim sei lediglich eine „Option für Start- und Endpunkte“ im Bahnnetz, schreibt Bundestagsabgeordneter Tobias Lindner in einer Stellungnahme zu zwei Leserbriefen. Hintergrund ist das ÖPNV-Ausbaukonzept, das die Südpfälzer Grünen vorgelegt haben.

Das Ausbaukonzept spreche von einer „weiteren Linie“ – und lasse offen, ob Stadtbahn oder S-Bahn – die „gegebenenfalls“ in Bellheim enden oder in ein Stadtbahnkonzept Rülzheim-Herxheim-Landau integriert werden könne. Hans-Jürgen Burckhardt von der BI Verkehrsforum Südpfalz hatte eine zusätzliche Stadtbahnlinie aus Karlsruhe, die nicht bis Germersheim fahren, sondern in Bellheim enden würde, als „Schnapsidee“ bezeichnet. In den Leserbriefen von Burckhardt und Klaus Hölderich würden Behauptungen getroffen, die durch das Papier der Grünen nicht gedeckt seien. Wann „gegebenenfalls“ gegeben sei, müsse diskutiert werden. Dies könne morgendliche Schülerverkehre, Taktrandlagen oder Fälle von Verspätungen und Betriebsstörungen betreffen. „Der dahinterstehende Gedanke ist, dass es auf der Strecke Wörth-Germersheim die Möglichkeit geben muss, Züge auch zwischen Wörth und Germersheim enden lassen zu können, um so die Flexibilität und Zuverlässigkeit des Angebots zu erhöhen. An keiner Stelle wird gefordert, dass diese Linie nicht durchgebunden wird“, schreibt Lindner.

In Wörth Weichen wiederherstellen und ergänzen

Die Situation in Bellheim sei ihm bekannt, reagiert der Abgeordnete auf den Hinweis Burckhardts, er hätte sich „ein Bild zur Situation vor Ort“ machen sollen, denn die zum „Kopfmachen“ des Zuges notwendige Weiche in Bellheim sei schon seit einiger Zeit ausgebaut. Im Papier heiße es wörtlich: „Die Strecke Germersheim – Wörth muss durch mindestens ein weiteres Blocksignal, besser aber, mehrere Blocksignale, ergänzt werden, um die Zugdichte erhöhen zu können. Der frühere Bahnhof Bellheim (heute nur noch Haltepunkt ohne Weichen und Signale) ist wieder als vollwertiger Bahnhof herzustellen und so auszurüsten, damit dort Stadtbahnen beginnen und enden können.“ Die Betonung liege auf „können“.

Die besondere Bedeutung des Bahnhofs Wörth, auf die der Leser verweist, sei den Grünen bewusst. Rückgebaute Weichenverbindungen müssten wiederhergestellt und durch neue ergänzt werden, „damit sich die Züge beim Ein- und Ausfahren nicht gegenseitig behindern und so die mögliche Anzahl von Zugfahrten erhöht werden kann“. Das komplette Ausbaukonzept der Grünen ist abrufbar unter: https://www.tobias-lindner.de/wp-content/uploads/2020/08/200818-Die-Mobilitaetsangebote-aller-Verkehrstraeger-zwischen-der-Suedpfalz-und-Baden-substanziell-verbessern.pdf).